Bundesamt für Naturschutz

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Sammlungen


©Nikada/istockphoto.com
Wandschrank mit zahlreichen Schubladen aus Holz.

Unter einer Sammlung versteht man „ein in öffentlichem oder privatem Besitz befindlicher, angesammelter und aufbewahrter Satz von gesammelten Proben genetischer Ressourcen und dazugehörigen Information“ (Artikel 3 Nr. 9 der Verordnung EU (Nr. 511/2014). Sammlungen sind wichtige Lieferanten von genetischen Ressourcen.

Register von Sammlungen

Durch die EU-Verordnung wird ein Register von Sammlungen innerhalb der Europäischen Union eingeführt, das die Nutzer bei der Erfüllung ihrer Sorgfaltspflichten unterstützen soll (Artikel 5(1) der EU-Verordnung). 

Das Register ist ein freiwilliges, internetgestütztes Instrument innerhalb der Union, das für jede Sammlung bzw. jeden Teil einer Sammlung die in Artikel 2
der  Durchführungsverordnung (EU) 2015/1866 genannten Angaben (z.B. Registrierungscode, Bezeichnung, Kontaktdaten, Kurzbeschreibung) enthält. Für Nutzer, die genetische Ressourcen von einer im Register aufgeführten Sammlung beziehen, gilt, dass sie im Hinblick auf die Einholung von Informationen mit der gebotenen Sorgfalt vorgegangen sind (Artikel 4(7) der EU-Verordnung), wobei die Pflicht zur Sorgfaltserklärung gemäß Artikel 7(1) bzw. (2) der EU-Verordnung davon unberührt bleibt.

Das internet-basierte Register von Sammlungen innerhalb der Union wird zurzeit durch die Europäische Kommission aufgebaut.

Registrierungsprozess

Zur Registrierung einer Sammlung, die sich im Hoheitsbereich der Bundesrepublik Deutschland befindet, ist vom Sammlungsinhaber beim Bundesamt für Naturschutz (BfN) ein Antrag zu stellen. Sofern die Registrierungsvoraussetzungen erfüllt sind, übermittelt das BfN die im Antrag gemachten Informationen an die Kommission, die diese Angaben dann in das Register aufnimmt.

Registrierungsvoraussetzungen gemäß Artikel 5(3) der EU-Verordnung

  • Standardisierte Verfahren für den Austausch von genetischen Ressourcen mit anderen Sammlungen und Weitergabe an Dritte,
  • Weitergabe nur in Verbindung mit Nachweisdokumenten über den legalen Zugang und zum Vorteilsausgleich,
  • Aufzeichnung der Weitergaben und übermittelten Dokumente,
  • Eindeutige Erkennungszeichen für Dritten zur Verfügung gestellte Ressourcen (soweit möglich), sowie
  • Rückverfolgungs- und Überwachungsinstrumente.

Nach Aufnahme einer Sammlung in das Register ist der Inhaber der Sammlung dazu verpflichtet, das BfN über alle erheblichen Änderungen der im Registrierungsantrag gemachten Angaben zu informieren. Das BfN wiederum unterrichtet dies bezüglich die Kommission. Zwecks Überprüfung der Registrierungsvoraussetzungen können gemäß Artikel 3(3) der EU-Durchführungsverordnung unter anderem Vor-Ort-Kontrollen, Prüfungen ausgewählter Unterlagen und Proben, sowie Befragungen relevanter Personen stattfinden.