Bundesamt für Naturschutz

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Integratives Wegemanagement zur Lenkung von Erholungs- und Natursportarten.

Hintergrund

Gemeinsam auf einem Weg: Mountainbiker und Wanderer (Neumeyer/DWV)

Sowohl für die Erhaltung empfindlicher Lebensräume als auch für die nachhaltige Sicherung des Erholungswertes von Natur- und Landschaft ist eine ausgewogene Balance zwischen Natursport, Landschaft und biologischer Vielfalt nötig. Die Entwicklung und Neugestaltung damit einhergehender Infrastruktur und deren Mehrfachnutzung durch verschiedene Nutzergruppen verläuft aber nicht immer konfliktfrei. Oftmals herrscht ein Überangebot an Infrastruktur mit mangelnder Qualität. Aus Naturschutzsicht bringt eine hohe Nutzungsintensität Probleme, wie eine Störung von sensiblen Tierarten. Eine Balance kann nur hergestellt werden, wenn alle an der Planung und Pflege der Freizeitinfrastruktur beteiligten Akteure frühzeitig eingebunden werden, eine gemeinsame Strategie verfolgen und sich untereinander abstimmen.

Das Projekt

Ziele und Maßnahmen

Ziel des Projektes ist eine Bündelung und optimierte Koordinierung von Wander-, Reit-und Radwegen, Wasserwanderwegen und Mountainbike-Routen mittels eines gemeinsamen integrierten Wegemanagements von Großschutzgebieten, Tourismusregionen und Natursportverbänden. Durch das Verbändevorhaben „Digitale Wanderwegeverwaltung" des Deutschen Wanderverbandes wurde bereits eine fundierte technische Grundlage geschaffen.

Im Projektverlauf wurden folgende Maßnahmen umgesetzt:

  • Entwicklung des Online-Wegemanagementsystems „NatursportPlaner", das die Abstimmungsprozesse im Wegemanagement technisch unterstützt.
  • Erarbeitung eines Handlungsleitfadens und einer Checkliste für eine erfolgreiche Projektumsetzung in der Region.
  • Erarbeitung einer Informationssammlung Natursport (allgemeine und rechtliche Aspekte).
  • Aufbau von Strukturen für ein Kooperationsmodell in den zwei Modellregionen Naturpark Altmühltal und National- und Naturpark Kellerwald-Edersee.
  • Pilotschulungen zum „NatursportPlaner" in den Modellregionen.
  • Durchführung von Fachforen zur Kommunikation des Projektes.

Die Erfolge

Mit dem NatursportPlaner wurde ein System geschaffen, das erstmals deutschlandweit einheitliche und anwenderfreundliche Grundlagen für ein modernes Wegemanagement der wesentlichen infrastrukturgebundenen Natursportarten bietet, das Naturschutzinformationen direkt integriert und das erstmals transparente Bedingungen für die Zusammenarbeit der Akteure vor Ort schafft. Besonders komfortabel ist die Arbeit im System, weil der Kartenspezialist KOMPASS sein Kartenwerk mit Wander- und Radwegen für die Software zur Verfügung stellt. Testschulungen und Rückmeldungen von Testnutzern und die Auswertungen der Beispielregionen haben zur Weiterentwicklung und Praxistauglichkeit des Systems beigetragen. In den Modellregionen ist exemplarisch zudem erprobt worden, wie produktiv mit dem System gearbeitet werden kann.


Handlungsleitfaden

Mit dem Handlungsleitfaden und der Checkliste entwickelte der Wanderverband ein Arbeitstool, welches den Projektplanern in der Region dabei hilft, über kommunale Grenzen hinaus zu denken und ein regionsumfassendes Gesamtkonzept zu entwickeln. Des Weiteren konnte der Deutsche Wanderverband mit der Infosammlung Natursport einen wertvollen Beitrag zur gefühlten Rechtssicherheit im Natursport leisten. Besonders brisante Themen wie die Verkehrssicherungspflicht sowie die Haftungsfrage werden dort dem interessierten Leser näher gebracht.


Ausblick

Eine zukünftige Nutzung des „NatursportPlaners" steht bei vielen Organisationen fest – darunter Wandervereine, Großschutzgebiete, Landkreise und auch Tourismusorganisationen. Auch mit einzelnen Bundesländern ist der Deutsche Wanderverband in Kontakt, um den Einsatz des NatursportPlaners destinationsübergreifend zu diskutieren und innovative Ansätze im Wegemanagement zu gehen.

Publikationen / weiterführende Links

 http://www.natursportplaner.de

Laufzeit

Juli 2013 - März 2015

Förderprogramm

Verbändetitel 2013

Beteiligte Partner

  • Großschutzgebiete, Tourismus, Natursportverbände

Fachbetreuung

 Beate Job-Hoben, FG I 2.2

Letzte Änderung: 29.06.2015

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