Bundesamt für Naturschutz

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Lösungsansätze, ökosystemgerechte Fanggeräte


Mit Fischfalle gefangener Dorsch (Gadus morhua). Foto: C. Pusch (BfN)
Mit Fischfalle gefangener Dorsch (Gadus morhua). Foto: C. Pusch (BfN)

Entwicklung und Einsatz alternativer Fanggeräte

Beifänge von Seevögeln und Schweinswalen in Stellnetzen können durch den Ausschluss dieser Fischereimethode – ggf. räumlich oder zeitlich beschränkt – in den Konfliktgebieten vermieden werden.

Doch auch der Einsatz von ökosystemgerechten Fanggeräten als Alternative zu den beifangintensiven Fangmethoden zeigte vielversprechende Ergebnisse. Das BfN fördert bereits seit 2008 Forschungsprojekte zur Entwicklung und dem Einsatz alternativer Fanggeräte wie z.B. Fischfallen. So ergaben Pilotstudien mit Fischfallen in deutschen Ostseegewässern (Mecklenburg-Vorpommern) bereits positive Resultate. Sie zeigten, dass Fischfallen im Vergleich zu Stellnetzen eine höhere Selektivität und einen geringeren Beifang aufweisen, allerdings mit schlechteren Fangergebnissen. Untersuchungen in Schweden zeigten, dass Fischfallen unter bestimmten Bedingungen eine vergleichbare Fangeffizienz wie Stellnetze aufweisen können. Nichtzielfischarten oder auch zu kleine Exemplare der Zielarten (Jungfische) können lebend aus den Fallen genommen und zurückgesetzt werden. Zudem weisen die lebend gefangenen Fische eine höhere Qualität auf und könnten z.B. durch Ökozertifizierung einen höheren Marktpreis erzielen.

Seitdem werden weitere Studien und Forschungsprojekte durchgeführt. So wird der Einsatz anderer alternativer Fanggeräte untersucht, wie z.B. von Langleinen oder automatischen Angelsystemen. In der Ostsee laufen seit 2013 erste Versuchsfischereien mit Langleinensysteme und Jigging-Reels in Kooperation mit kommerziellen Fischereibetrieben.

Siehe hierzu auch folgende Videos:

2015: Praxistests einiger nachhaltiger Fischereimethoden

2014: Wege zu einer nachhaltigen Fischerei


Eine Fischfalle wird ausgesetzt. Foto: C. Pusch (BfN)
Eine Fischfalle wird ausgesetzt. Foto: C. Pusch (BfN)

Zertifizierung nachhaltiger Fischerei

Weitere Möglichkeiten zur Erreichung einer ökosystemverträglicheren Fischerei liegen in der „Öko-Zertifizierung“ der Fischerei. Fisch aus nachhaltiger Fischerei, der beispielsweise nach Kriterien eines bestimmten Öko-Siegels gefangen wird oder aus nicht gefährdeten Beständen stammt, wird für den Verbraucher gekennzeichnet. So können die Konsumenten entscheiden, welchen Fisch sie kaufen und damit wirtschaftliche Anreize für eine ökosystemgerechte Fischerei schaffen.

Als Beispiel seien  hier die ökosystemverträglich und nachhaltig gemanagten Fischereien nach den Kriterien des „Marine Stewardship Council“ (MSC) für Wildfischbestände oder des „Aquaculture Stewardship Council“ (ASC) für Fisch aus Zuchtbetrieben genannt.

Einkaufsratgeber für die Verbraucher

Das BfN unterstützt auch Initiativen von Naturschutzverbänden wie dem WWF oder Greenpeace, die regelmäßig aktuelle Einkaufsratgeber für Fisch erstellen. Basierend auf wissenschaftlichen Daten der Fischereimanagementbehörden und –Forschungseinrichtungen wie dem Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) sowie aus aktuellen Forschungsergebnissen werden hier die Wildfisch-Bestände einer Bewertung unterzogen, durchgeführt von Fischereiwissenschaftlern und überprüft von unabhängigen Experten. Hierbei werden Informationen zur Bestandsbewirtschaftung (Management), zum Zustand des jeweiligen Bestands und zu Umweltauswirkungen der jeweiligen Fangmethode ausgewertet. Bei der Bewertung von Aquakulturen werden u.a. Daten zu Herkunft und Verbrauch von Futter, zum Einsatz von Chemikalien und Medikamenten sowie die Auswirkungen der Zucht auf die Umwelt herangezogen.

Darüber hinaus ist der Handel inzwischen verpflichtet, Angaben zur Herkunft (dem Fanggebiet) sowie den Produktions- und Fangmethoden der Arten zu veröffentlichen. Auch diese Angaben fließen in die Bewertungen für die Einkaufsratgeber ein.

 
 

Neue Forschungsprojekte

Stellnetz-Markierungen, Foto Chr.Pusch

Gemeinsames Forschungs-projekt des BfN und des Thünen-Instituts für Ostseefischerei: In STELLA sollen alternative Managementansätze und Fangtechniken zur Beifangvermeidung in der Stellnetzfischerei entwickelt werden.

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