Bundesamt für Naturschutz

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Grünlandschutz

Die Bedeutung des Grünlands

Grünland bedeckt mit ca. 5 Mio. ha mehr als ein Viertel der landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland. Es prägt durch seine große Flächenausdehnung in vielen Regionen die Ästhetik des Landschaftsbildes. Grünland gehört als unverzichtbarer Bestandteil zur modernen multifunktionalen Landwirtschaft. Auch die Funktion für den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Nutzen für Freizeit und Erholung haben neben der Food- und non-Food-Produktion hohen gesellschaftlichen Wert. Mehr als die Hälfte aller in Deutschland vorkommenden Pflanzenarten sind auf Graslandlebensräume angewiesen. 44 % aller auf Grünland vorkommenden Arten sind gefährdet oder bereits verschollen.

Grünlandverlust in Deutschland

So ist seit 2003 der Dauergrünlandanteil an der gesamten landwirtschaftlichen Fläche um ca. 5 % in Deutschland gesunken. Zu einer beschleunigten Umwandlung von Grünland in Ackerland kommt es zum Teil auch auf Standorten, auf denen dies aus naturschutzfachlichen und umweltpolitischen Gründen und dabei besonders aus Gründen des Klimaschutzes, nicht erwünscht ist. Zu solchen Flächen gehören sensible Standorte wie z.B. Natura 2000-Gebiete, Moorstandorte, kartierte Biotopflächen und Auenflächen.  

Die Erneuerbare Energien-Politik mit ihren Förderinstrumenten und Vergütungsregelung im Biomassebereich ist dabei ein entscheidender Faktor, der die Umwandlung von Grünland in Acker und damit auch Intensivierungstendenzen auf noch verbleibendem Grünland begünstigt hat. Ein Trend, der sogar Grenzertragsstandorte betrifft. Parallel zu den landwirtschaftlichen Intensivierungsprozessen und Landnutzungsänderungen bleibt eine Nutzungsaufgabe in Gebieten mit ungünstigen Produktionsbedingungen. Durch den quantitativen und qualitativen Grünlandverlust gehen die in Mitteleuropa vielfältigsten Lebensräume verloren und mit ihnen eine Vielzahl gefährdeter Tiere und Pflanzen. Darüber hinaus kommt es bei Grünlandumbruch zur Freisetzung von beträchtlichen Mengen an Kohlendioxid sowie zur verstärkten Auswaschung von Nährstoffen und einer damit verbundenen Zunahme der Nährstoffeinträge in Gewässer. Das Erosionsrisiko in gefährdeten Lagen steigt.

Grünland in der Agrapolitik

Der Erhalt von Grünland wird zukünftig im Rahmen des sogenannten „Greening“ geregelt. Die alte Cross-Compliance-Regelung zum Grünlanderhalt fällt Ende 2016 weg. Grünland von Ökolandbaubetrieben (ca. 560.000 ha, entspricht ca. 12,1 %) und Grünland von Betrieben die keine Agrarförderung (oder Direktzahlungen) beziehen fällt nicht unter die Greening-Verpflichtungen und unterliegt somit ab 2017 keinem Umwandlungsverbot mehr. Um die Greening-Verpflichtungen zu erfüllen, darf auf Ebene der Bundesländer der Grünlandanteil im Verhältnis zur Ackerfläche im Vergleich zum Jahr 2012 um nicht mehr als 5 % abnehmen. Dies ermöglicht einen weiteren Grünlandumbruch, obwohl in der Vorperiode einige Bundesländer den maximal erlaubten Grünlandverlust bereits erreicht hatten. In einigen Bundesländern existieren zwar bereits strenge Verbote des Grünlandumbruchs (z.B. Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Mecklenburg-Vorpommern). Ausnahmen sind nur in eng begrenzten Fällen durch Genehmigung zugelassen. Ein striktes Umbruchverbot wird lediglich auf FFH -Gebieten gelten und nicht auch in Vogelschutzgebieten, wo ein Umbruchverbot auch dringend sinnvoll wäre.

Letzte Aktivitäten des BfN zum Grünland

Veröffentlichungen

Grünland-Report 

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Deckblatt des Grünlandpapiers des BfN

 Grünlandpapier des BfN"Where have all the flowers gone? Grünland im Umbruch" mit Hintergrundinformationen und Empfehlungen

Letzte Änderung: 17.04.2015

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