Bundesamt für Naturschutz

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Naturverträgliche Bewirtschaftung


Die Landwirtschaft hat über Jahrhunderte zu unserer Landschafts- und Artenvielfalt beigetragen und unsere Kulturlandschaft geformt. Durch die Intensivierung im Agrarbereich seit den 50er-Jahren und der Nutzungsaufgabe von Grenzertragsstandorten verschwanden jedoch vor allem extensiv genutzte Agrarökosysteme und mit ihnen die an sie angepassten Tier- und Pflanzenarten. Somit trägt die intensive landwirtschaftliche Produktion zu einem Rückgang der biologischen Vielfalt von Kultur- und Wildarten bei und gehört zu den Hauptverursachern des Verlustes der biologischen Vielfalt. Um diesen Trend entgegenzuwirken, wurde im Rahmen der völkerrechtlich verbindlichen Konvention zur Biologischen Vielfalt ( CBD ) festgelegt, dass bis zum Jahr 2020 die landwirtschaftliche Nutzfläche nachhaltig bewirtschaftet werden soll, um den Schutz der biologischen Vielfalt sicher zu stellen. Auch die bereits im Jahr 2007 vom Bundeskabinett verabschiedete Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt (NBS) hat konkrete und messbare Ziele mit Bezug zur Landwirtschaft und Kulturlandschaften formuliert. Diese besagen zum Beispiel, dass bis 2020 die Biodiversität in Agrarökosystemen deutlich zunehmen muss und dass bis 2015 eine Zunahme des Anteils naturschutzfachlich wertvoller Agrarbiotope um mindestens 10% gegenüber 2005 entstehen muss. Des weiteren soll der Anteil naturnaher Landschaftselemente um mindestens 5% bis 2010 zunehmen sowie der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche mit Ökologischem Landbau auf 20% ausgebaut werden.


Um diese Ziele zu erreichen, reicht es nicht alleine aus neue Schutzgebiete auszuweisen, sondern vielmehr müssen auch die bewirtschafteten Flächen mit einbezogen werden. Viele Naturschutzleistungen sind ohne eine entsprechende Landbewirtschaftung nicht zu erbringen. Zur Erhaltung unserer biologischen Vielfalt ist daher eine naturverträgliche Landnutzung notwendig, die zusammen mit der Landwirtschaft umgesetzt werden muss.


Eines der wichtigsten Naturschutzinstrumente in der Landwirtschaft sind die  Agrarumweltmaßnahmen und der Vertragsnaturschutz, wobei gezielt in freiwilliger Zusammenwirken mit Landwirten der Erhaltungszustand von Arten und naturschutzfachlich wertvollen Agrarlebensräumen verbessert werden soll. Dabei wird der Landwirt für seinen entgangenen Nutzen entschädigt, der ihm z. B. aufgrund eines verringerten Einsatzes von Betriebsmitteln (Düngung, Pflanzenschutzmittel) oder einer späten Mahd entstanden ist. Um allerdings den Rückgang der Biodiversität tatsächlich aufzuhalten, müssen verstärkt Vertragsnaturschutz-und Agrarumweltprogramme gefördert werden und hierbei insbesondere biodiversitätsfördernde Maßnahmen.