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Internationales Walfangabkommen (IWC)


Grindwale (Globicephala melas) vor Südandalusien. Foto: P. Hübner
Grindwale (Globicephala melas) vor Südandalusien.  Foto: P. Hübner

Die Internationale Walfangkommission (IWC) ist eine Einrichtung des Internationalen Übereinkommens zur Regelung des Walfangs (ICRW - International Convention for the Regulation of Whaling), das am 2. Dezember 1946 in Washington DC unterzeichnet wurde. Das Ziel der Konvention ist, für einen angemessenen Schutz der Walbestände zu sorgen und dadurch die geregelte Entwicklung der Walfangindustrie zu ermöglichen. Einmal jährlich tagt die IWC in einem ihrer mittlerweile 82 Mitgliedstaaten (Stand: 2008). Während in den ersten Jahrzehnten der IWC die optimale Ausbeutung der Wal-Bestände im Mittelpunkt stand, spielt heute der Schutzgedanke eine wichtige Rolle.

Trotz Moratorium wurden Wale durch Jagd getötet

Die IWC hatte ursprünglich die Aufgabe, Fangquoten für Wale in den Weltmeeren festzulegen, um eine Gefährdung von Walarten durch eine übermäßige Bejagung zu vermeiden. Das Quotensystem orientierte sich aber nicht an den tatsächlich vorhandenen Walbeständen und führte zu einer maßlosen Überjagung, insbesondere im antarktischen Ozean. Auf Grund der drastischen Dezimierung vieler Walbestände wurde 1982 ein Verbot des kommerziellen Walfangs (Moratorium) verabschiedet, das 1986 in Kraft trat. Seit 1986 gibt es jedoch auch Sondergenehmigungen für den Fang von Walen zu wissenschaftlichen und traditionellen Zwecken, so dass trotz des Moratoriums Walfang weiterhin stattfindet. 

Insbesondere Japan und Island machen vom Walfang zu „wissenschaftlichen Zwecken“ Gebrauch und erlegten in der Saison 2006/2007 unter diesem Vorwand 866 bzw. 60 Wale. Zudem erkennen Norwegen und Island das Moratorium nicht mehr an und betreiben einen offenen kommerziellen Walfang mit 545 bzw. 8 erlegten Tieren im oben genannten Zeitraum. Trotz Moratorium wurden deshalb von 1986 bis Ende 2008 weltweit über 31.000 Wale durch Jagd (Walfang) getötet.


Buckelwale (Megaptera novaeangliae) wandern zu ihren Nahrungsgründen in kalten Gewässern. Foto: BfN
Buckelwale (Megaptera novaeangliae) wandern zu ihren Nahrungsgründen in kalten Gewässern. Foto: BfN
Schwertwale (Orcinus orca) ernähren sich vielseitig, spezialisieren sich oft regional auf eine bestimmte Beute wie Robben oder Pinguine. Foto: BfN
Schwertwale (Orcinus orca) ernähren sich vielseitig, spezialisieren sich oft regional auf eine bestimmte Beute wie Robben oder Pinguine. Foto: BfN

Auf Betreiben der IWC entstand 1979 im Indischen Ozean ein Walschutzgebiet, das vor allem der Erhaltung der Blauwale gewidmet ist, die dort ihre Jungen aufziehen. 1994 beschloss die IWC die Gewässer rund um die Antarktis mindestens bis zum 60. Breitengrad, teilweise aber auch weiter nördlich gelegene Gebiete bis 55° oder 40° Süd, zum Antarktischen Schutzgebiet (Southern Ocean Whale Sanctuary) zu erklären. Das Schutzgebiet umfasst wichtige Nahrungsgebiete der Wale und soll den Beständen an Blau-, Finn-, Buckel- und Seiwalen zur Erholung verhelfen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Website der internationalen Walfangkommission:  www.iwcoffice.org.

Linktipp

Internationales Walfangabkommen (IWC) Logo

Mehr Infos auf der Website
 iwc.int
(englisch)