Bundesamt für Naturschutz

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CMS/ASCOBANS


Schweinswale (Phocoena phocoena). Foto: S. Gust
Schweinswale (Phocoena phocoena). Foto: S. Gust

Wandernde Tierarten kennen keine Staatsgrenzen. Zum speziellen Schutz dieser über große Entfernungen regelmäßig wandernden Arten wurde 1979 in Bonn das Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten (Bonner Konvention / Convention on Migratory Species, CMS;  www.cms.int) unterzeichnet. In zwei verschiedenen Listen der Konvention sind insgesamt rund 760 Arten geschützt, unter anderem auch viele Meerestiere, die vom Aussterben bedroht sind oder sich in einem ungünstigen Erhaltungszustand befinden und internationaler Schutzmaßnahmen bedürfen.

Unterabkommen schützen marine Arten

Unter erheblichem Einfluss Deutschlands sind unter dem Dach dieser Konvention Anfang der 1990er Jahre mehrere Unterabkommen geschlossen worden, wie zum Beispiel das Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in Nord- und Ostsee (ASCOBANS) und das Abkommen zum Schutz der Seehunde im Wattenmeer (Seehundabkommen). Diese Einzelabkommen berücksichtigen regionale Aspekte des Schutzes dieser bedrohten Arten, umfassen einen Managementplan und sehen u.a. spezifische Forschung und Monitoring vor. Das BfN engagiert sich seit langem für eine wirkungsvolle Umsetzung dieser beiden Regionalabkommen besonders in Nord- und Ostsee.

Beispiel Schweinswale-ASCOBANS

Vordringlich zu lösende Probleme des Kleinwalschutzes liegen insbesondere in den unbeabsichtigten Beifängen durch die Fischerei, in der Meeresverschmutzung, der Lebensraumverlärmung infolge akustischer Störungen durch Schiffsverkehr, Bohrungen oder Sprengungen sowie in unmittelbaren Beunruhigungen (etwa durch Sportboote). Daher haben BMU und BfN in den vergangenen Jahren eine Reihe von Forschungsprojekten gefördert, die die Methoden zur Bestandserfassung und Analyse von Wanderungen verbessern konnten sowie die Auswirkungen und Möglichkeiten zur Verminderung von Unterwasserlärm untersuchten.

Die Schweinswal-Populationen in der Ostsee wurden als eigene abgegrenzte Tiergemeinschaft und als besonders bedroht erkannt. Deshalb haben die Vertragsstaaten von ASCOBANS 2002 einen speziellen Erhaltungsplan für die Ostsee-Schweinswale ( Jastarnia Plan (PDF, 798 KB)) verabschiedet. Sein Ziel ist die Wiederherstellung einer Populationsgröße, die die Biotopkapazität des Ökosystems Ostsee für Schweinswale zu 80 % ausfüllt. Dies wird nur möglich sein, wenn die Beifänge von Schweinswalen in der Ostseefischerei sofort massiv reduziert werden und weitere Schutzmaßnahmen erfolgreich sind. Die Durchführung international etablierter Maßnahmen zur Verhinderung der Beifänge von Kleinwalen in der Fischerei sowie deren Wirkungskontrolle ist daher aus deutscher Sicht eine der großen Herausforderungen.


Schweinswal (Phocoena phocoena). Foto: F. Graner
Schweinswal (Phocoena phocoena). Foto: F. Graner

Karte

Karte Mitgliedsstaaten von ASCOBANS.

Mitgliedsstaaten von ASCOBANS (Stand 08.2007)

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