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Belastungen in der Antarktis


Die Antarktis, hier Ardley Island, ist ein sehr sensibles Ökosystem. Foto: Wolfgang Dinter
Die Antarktis, hier Ardley Island, ist ein sehr sensibles Ökosystem. Foto: Wolfgang Dinter

In der Antarktis hat sich unter den dort herrschenden extremen Umweltbedingungen eine einzigartige Flora und Fauna entwickeln können, die in hohem Maße vom umgebenden Südlichen Ozean abhängig ist. Die Antarktis ist noch heute der von Menschen am wenigsten beeinflusste Erdteil. Der Einfluss des Menschen auf die empfindlichen Ökosysteme der Antarktis hat jedoch in den letzten Jahren stark zugenommen. Hierbei stellt die Konzentration der meisten menschlichen Aktivitäten auf dieselben Orte, die auch die meisten Tierarten im kurzen antarktischen Sommer zur Fortpflanzung oder zum Nahrungserwerb nutzen, ein besonderes Problem dar.

Tourismus belastet die antarktische Umwelt

Meist per Schiff angereist, stören Touristen auch die empfindlichen Lebensgemeinschaften an Land. Foto: BfN
Meist per Schiff angereist, stören Touristen auch die empfindlichen Lebensgemeinschaften an Land. Foto: BfN
Abenteuer-Urlaub und Trendsportarten ziehen immer mehr Menschen in diese Region. Foto: BfN
Abenteuer-Urlaub und Trendsportarten ziehen immer mehr Menschen in diese Region. Foto: BfN

Vor allem der wachsende Antarktis-Tourismus bedeutet eine zunehmende Belastung der antarktischen Umwelt. Die Besucherstatistiken der internationalen Vereinigung der Antarktis-Tourismusunternehmer (IAATO) belegen eine Zunahme des hauptsächlich mit Kreuzfahrten verbundenen Tourismus in den letzten 15 Jahren von rund 6.000 Besucherinnen und Besuchern in der Saison 1992/93 auf 46.000 in der Saison 2007/08. Mit zunehmenden Besucherzahlen steigt auch der Druck auf die während der Landgänge aufgesuchten Gebiete mit ihren störungsanfälligen Tierkolonien und trittempfindlichen Pflanzen.

Darüber hinaus ist eine Zunahme des sogenannten Adventure-Tourismus zu verzeichnen, der zusätzlich zum Teil noch störungsintensivere Aktivitäten, wie Trekking- und Skitouren, Kajakfahren, Mountainbiking, Gletscherklettern, Tauchexpeditionen, Fallschirmspringen, Hubschrauberexkursionen oder Marathonläufe beinhaltet.

Forschung in der Antarktis beinhaltet Umwelt-belastungen

Auch die Forschungsaktivitäten in der Antarktis bringt Umweltbelastungen mit sich. Foto: (BfN)
Auch die Forschungsaktivitäten in der Antarktis bringt Umweltbelastungen mit sich. Foto:  (BfN)

Auch die Forschung in der Antarktis bringt Umweltbelastungen mit sich. Mit steigender Zahl der Forschungsstationen nehmen Flug-, Schiffs- und Fahrzeugbewegungen für Personentransport und Logistik, Luftbelastung durch Abgase, die Menge des anfallenden Mülls und der Abwässer, die Gefahren potentieller (Öl-) Unfälle usw. zu. Schiffsverkehr und hydroakustische Messverfahren tragen zusätzliche Geräusche in den antarktischen Ozean ein. Kommt es zu einer Konzentration von Tourismusaktivitäten, Forschungsstationen und wissenschaftlichen Freilandarbeiten in einem für Fauna und Flora wertvollen Gebiet, so besteht die Gefahr einer Störung und Schädigung durch kumulative Effekte.

Karte

Karte der Antarktis und der umgebende südliche Ozean.

Karte der Antarktis und der umgebende südliche Ozean.
(Karte: Stand 2004)

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