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Robben


Kegelrobben vor Helgoland. Foto: A. Essenberger
Kegelrobben vor Helgoland. Foto: A. Essenberger

Seehunde weisen hohe Dichten auf Sandbänken der deutschen Nordseeküste auf, die Kegelrobbenbestände weisen zunehmende Tendenz auf niedrigem Niveau auf (Wattenmeer und Helgoland). An der deutschen Ostseeküste sind derzeit keine ständigen Seehund-Liegeplätze bekannt. Seit einigen Jahren scheint sich eine kleine Gruppe von Kegelrobben auf dem Stubber in den Gewässern um Rügen zu etablieren.

Erfassung von Robben

Die Erfassung von Robben auf hoher See - also in der AWZ - ist sehr schwierig: meist tauchen Robben, wie Tauchprofile aus den Auswertungen der Seehund-Sender ergaben, nur sehr kurz mit der Nase zum Atmen an der Oberfläche auf. Sie sind daher vom Flugzeug oder Schiff aus nur bei ruhiger See und sehr klarem Wasser dicht an der Oberfläche, zu erkennen. Darüber hinaus ist die Chance, bei den minimalen Auftauchzeiten der Tiere eines beim Überfliegen eines Zählstreifens (Transektes) zu sehen, sehr gering. Trotz dieser unzureichenden Erfassungsmethoden wurden am Sylter Außenriff im Bereich des Elbe-Urstromtals und der Amrumbank, am Borkum-Riffgrund und insbesondere um Helgoland (Funktion als „Drehscheibe“ für Wanderungen) relativ hohe Robbendichten festgestellt.

Im Rahmen eines mehrjährigen Forschungsprojektes wurden daher Seehunde mit satellitengestützten Time-Depth-Recordern und Fahrtenschreibern ausgestattet. Die Ergebnisse zeigen, dass die besenderten Tiere den größten Teil ihrer Zeit in Offshore-Gebieten zwischen 30 km und 60 km von Land verbringen, aber auch Gebiete bis zu 150 km entfernt zur Nahrungssuche nutzen. Seehunde von Helgoland nutzen primär das Gebiet bis zu einem Radius von 25 km um die Insel. In den deutschen Meeresgebieten bevorzugen Seehunde aus dem Wattenmeer Tiefen zwischen 12 m und 25 m, während Seehunde von Helgoland ein weitaus größeres Tiefenspektrum (bis 60 m) nutzen.

Seehunde

(Phoca vitulina vitulina)

Der Seehundbestand in der Nordsee hatte sich nach der Seehundepidemie in den 90er Jahren erfreulich erholt. Doch können die Tiere schnell wieder in Bedrängnis geraten, wie der Verlauf der Staupeepidemie (Infektion mit dem PDV-Virus) 2002 verdeutlichte. Der Schutz der Seehunde darf daher nicht vernachlässigt werden. Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass Seehunde mitunter weite Wanderungen von den Liegeplätzen zu ihren Nahrungsgründen zurücklegen, z.T. können sie sogar mehrere Tage ununterbrochen auf Beutefang im Meer sein. 

Möglicherweise orientieren sie sich dabei am Verlauf von Salzgehaltsfronten, an denen viel Plankton und entsprechend viel Fisch zu finden ist. Seehunde sind Nahrungsopportunisten und ernähren sich von verschiedenen Fish species.

Kegelrobben

(Halichoerus grypus)


Kegelrobbe (Halichoerus grypus) vor Helgoland. Foto: A. Essenberger
Kegelrobbe (Halichoerus grypus)  vor Helgoland.  Foto: A. Essenberger
Tauchende Kegelrobbe (Halichoerus grypus). Foto: S. Bär
Tauchende Kegelrobbe (Halichoerus grypus). Foto: S. Bär

Kegelrobben sind deutlich größer als Seehunde und unterscheiden sich von ihnen darüber hinaus durch den typischen kegelförmigen Kopf, die kegelförmigen Zähne und die Fellfärbung. Sie bringen im Gegensatz zu Seehunden ihre Jungen im Winter zur Welt. An der deutschen Nordseeküste vor Amrum oder Helgoland wurden bereits häufiger in England markierte Tiere beobachtet. Wanderrouten und Aufenthaltsgebiete auf hoher See sind jedoch bislang weitgehend unbekannt. Für die Ostsee-Kegelrobben stellt sich die Situation wie folgt dar: südlich der Linie Gotland - Rigaer Bucht leben nur noch rund 250 dieser Tiere, die meisten an der schwedischen Küste. An der deutschen Ostseeküste sind sie sehr selten. Der Schutz von Lebensräumen mit entsprechenden Nahrungstieren der Robben auf hoher See insbesondere aber ihrer Ruhe- und Wurfplätze wird daher für den Erhalt und die zukünftige Verbreitung dieser Tiere eine erhebliche Rolle spielen.


Kegelrobbe (Halichoerus grypus) mit Jungtier auf Helgoland. Foto: K. Wollny-Goerke
Kegelrobbe (Halichoerus grypus) mit Jungtier auf Helgoland. Foto: K. Wollny-Goerke