Bundesamt für Naturschutz

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FFH-Lebensraumtypen


Essbarer Seeigel (Echinus esculentus). Foto: Krause/Hübner (BfN)
Essbarer Seeigel (Echinus esculentus). Foto: Krause/Hübner (BfN)

Im Anhang I der FFH -Richtlinie der EU sind die natürlichen Lebensräume von EU-Gemeinschaftlichem Interesse genannt, für deren europaweite Erhaltung national besondere Schutzgebiete ausgewiesen werden müssen. In den deutschen Meeresgebieten der Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) kommen zwei dieser Lebensraumtypen vor: Riffe und Sandbänke (gemeint sind hier ständig wasserbedeckte Sandbänke, die auch bei Niedrigwasser nicht trockenfallen).

Geschützte Lebensraumtypen

Miesmuscheln und Laminarien. Foto: Krause/Hübner (BfN)
Miesmuscheln und Laminarien. Foto: Krause/Hübner (BfN)

Für die natürlichen Lebensräume ist nach Art. 1(e) der FFH -Richtlinie ein günstiger Erhaltungszustand zu bewahren oder wieder herzustellen. Das bedeutet vereinfacht ausgedrückt:


  • dass die Lebensraum-Flächen und auch deren natürliche Ausdehnung über viele Jahre beständig sind, von negativen menschlichen Einwirkungen unbeeinträchtigt bleiben oder sich ausdehnen sollen,
  • dass die für diesen Lebensraum typischen Elemente (zum Beispiel Sediment, Salinität, Strömung) und spezifischen Funktionen langfristig in ihrer natürlichen Dynamik fortbestehen können,
  • dass die für diesen Lebensraum typischen Tier- und Pflanzenpopulationen langfristig überlebensfähig sind oder sich sogar vergrößern.

Aus diesen Gründen werden Schutzgebiete für das ökologische Netz NATURA 2000 eingerichtet. Für die zu schützenden Gebiete legen die EU-Mitgliedstaaten gemäß Artikel 6 der FFH -Richtlinie die Erhaltungs- und Entwicklungsmaßnahmen fest und treffen Maßnahmen, die eine Verschlechterung des Erhaltungszustandes bzw. die Störung der Lebensräume vermeiden. Außerdem werden über die FFH -Richtlinie die Verträglichkeitsprüfung bei Plänen und Projekten, die möglicherweise das Gebiet beeinträchtigen könnten, sowie das Verfahren im Falle eines Eingriffs geregelt.

Sandbänke und Riffe

Schlangenstern (Amphiura spp.). Foto: D. Schories
Schlangenstern (Amphiura spp.). Foto: D. Schories
Taschenkrebs (Cancer pagurus). Foto: Krause/Hübner (BfN)
Taschenkrebs (Cancer pagurus). Foto: Krause/Hübner (BfN)

Sandbänke und Riffe weisen spezifische Lebensgemeinschaften von Tier- und Pflanzenarten auf, sind Aufwachs- und Ausbreitungsgebiet, bieten Schutz und Nahrung. Sie übernehmen daher wichtige ökologische Funktionen, zum Beispiel als Wiederaufbau-, Nahrungs- und Rasthabitat für Vögel, Meeressäugetiere und Fische. Eine besonders hohe Artenvielfalt zeigen vor allem diejenigen Gebiete, in denen beide Lebensraumtypen verzahnt miteinander vorkommen.


Schlangenstern (Amphiura spp.) in Nahaufnahme. Foto: S. Gust
Schlangenstern (Amphiura spp.) in Nahaufnahme. Foto: D. Schories

Für das offene Meer einschließlich der AWZ genießen folgende fünf Biotoptypen einen gesetzlichen Schutzstatus:

 

 1. Sandbänke

 2. Riffe

 3. Seegraswiesen, Makrophyten

 4. Schlickgründe

 5. Kies-, Grobsand- und Schillgründe

Karte Verbreitung von Sandbänken und Riffen in der AWZ der deutschen Nord- und Ostsee

Abb: Verbreitung von Sandbänken und Riffen in der AWZ der deutschen Nord- und Ostsee.

Verbreitung von Sandbänken und Riffen in der AWZ der deutschen Nord- und Ostsee.
(Karte: Stand 01.2012)

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