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Daten und Fakten


Klima und Wetter

Häufig werden Wetter und Klima miteinander verwechselt. Dies führt in Zeiten des Klimawandels häufig zu Verwirrungen.

Wetter

Foto: cc-by Bidgee@wikipedia.de
Regenwolken

Als "Wetter" wird der physikalische Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt oder in einem auch kürzeren Zeitraum an einem bestimmten Ort oder in einem Gebiet bezeichnet, wie er durch die meteorologischen Elemente und ihr Zusammenwirken gekennzeichnet ist. Das Wettergeschehen spielt sich in der unteren Atmosphäre ab, die als Troposphäre bezeichnet wird. Das Wetter wird mit Hilfe quantifizierbarer Parameter charakterisiert. Diese Parameter sind fundamentale Größen des Wetters (Wetterelemente) wie z.B. Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Drucktendenz, Windrichtung und Windgeschwindigkeit, Bewölkung, Niederschlag und Sichtweite. (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

Klima

Der Begriff Klima geht zurück auf das griech. Wort klimatos = Neigung, nämlich die Neigung der Erdachse gegen die Ebene ihrer Umlaufbahn um die Sonne. Das Klima ist definiert als die Zusammenfassung der Wettererscheinungen, die den mittleren Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort oder in einem mehr oder weniger großen Gebiet charakterisieren. Es wird repräsentiert durch die statistischen Gesamteigenschaften (Mittelwerte, Extremwerte, Häufigkeiten, Andauerwerte u. a.) über einen genügend langen Zeitraum. Im allgemeinen wird ein Zeitraum von 30 Jahren zugrunde gelegt, die sog. Normalperiode, es sind aber durchaus auch kürzere Zeitabschnitte gebräuchlich. (Quelle: Deutscher Wetterdienst)

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Klimawandel

Das Phänomen "Klimawandel" wird hin und wieder auf die globale Erderwärmung reduziert. Der Klimawandel ist jedoch wesentlich facettenreicher:

Klimawandel

Robbe auf Eisscholle

Unter Klimawandel versteht man längerfristige Veränderungen der Mittelwerte und anderer statistischer Kenngrößen (Streuung, Extreme, Form der Häufigkeitsverteilungen) einzelner Klimaparameter (Temperatur, Niederschlag, Wind, Feuchte, Bewölkung usw.) die über Jahrzehnte oder Jahrhunderte anhalten. Von einem einzelnen Sturm, einigen warmen Wintertagen oder Starkregenereignissen kann man noch nicht auf einen Wandel des Klimas schließen. In diesem Fall handelt es sich um "Wetterkapriolen“. Erst die langjährige, statistisch signifikante Häufung von Extremwetterereignissen und Veränderungen in den Durchschnittswerten können Hinweise auf den Klimawandel geben. 

Die Klimadaten für das vergangene Jahrhundert lassen auf einen Klimawandel in Form einer weltweiten Erwärmung um mehr als 2 °C schließen. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass die derzeit beobachteten Klimaveränderungen zum größten Teil durch menschliche Aktivitäten verursacht werden, insbesondere durch die Nutzung fossiler Brennstoffe und durch die Auswirkungen der Landnutzung auf die Vegetationsdecke. Der für die nächsten Jahrzehnte prognostizierte Klimawandel beinhaltet unter anderem Temperaturanstiege (die „globale Erwärmung“), den Anstieg des Meeresspiegels, Veränderungen der Niederschlagsverteilung und ein gehäuftes Auftreten von Extremereignissen, die lokal in ganz unterschiedlicher Stärke auftreten können. In Deutschland deuten die Prognosen vor allem auf höhere Temperaturen und veränderte Niederschlagsverteilung hin.

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Biodiversität und Klimawandel

Die biologische Vielfalt spielt in vielen klimarelevanten Prozessen eine wichtige Rolle (z.B. Bindung und Freisetzung von Kohlendioxid und anderen Treibhausgasen, Wasserkreislauf, Absorption der Sonneneinstrahlung). Veränderungen der Biosphäre haben daher immer auch Folgen für das Klimasystem. Gleichzeitig hat der Klimawandel sowohl direkte als auch indirekte Auswirkungen auf die Natur.

Direkte Auswirkungen des Klimawandels

Hahnenfuß im Schnee

Das Klima bestimmt die geographische Verbreitung der Tier- und Pflanzenarten auf der Erde. Veränderungen in den Temperatur- und Niederschlagsverhältnissen sowie in der Häufigkeit von Extremereignissen haben einen direkten Einfluss auf Jahresrhythmus, Verhalten, Fortpflanzung, Konkurrenzfähigkeit und Nahrungsbeziehungen von Arten. Hierdurch kann es zu starken Verschiebungen in deren Verbreitungsgebieten sowie in der Artenzusammensetzung und Struktur ganzer Ökosysteme kommen. 

Den Prognosen zufolge werden sich für viele der in Deutschland vorkommenden Arten die klimatisch geeigneten Lebensräume nach Norden und Osten, in höhere Lagen der Gebirge oder entlang von Feuchtegradienten verschieben.

Arten können durch den Klimawandel in ihrer Existenz bedroht sein, wenn ihr potenzielles Verbreitungsgebiet schrumpft oder ganz verloren geht, beziehungsweise wenn die Art neue Lebensräume wegen einer geringen Ausbreitungsfähigkeit, natürlicher oder anthropogener Barrieren oder veränderter Konkurrenz- und Nahrungsbeziehungen nicht besiedeln kann.

Indirekte Auswirkungen des Klimawandels

Foto: cc-by-sa Carolineee1991@wikipedia.de
Rapsfeld

Indirekte Auswirkungen auf die biologische Vielfalt ergeben sich durch die Reaktionen des Menschen auf den Klimawandel. Einerseits reagiert man mit Klimaanpassungsmaßnahmen und andererseits mit Klimaschutzmaßnahmen. Die damit einhergehenden Veränderungen in der Landschaft können tiefgreifend sein und große Flächen betreffen. Je nachdem, wie die Maßnahmen gestaltet werden, können sie positive und/oder negative Folgen für die Biodiversität haben.

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Linktipps:

 Deutscher Wetterdienst liefert Informationen über Wetter, Klima und Klimawandel

 Climate Service Center Germany (CSC) bereitet Wissen aus der Klimaforschung praxisorientiert auf

 Klimaportal des CSC liefert grundlegende Informationen über Klima und Klimawandel

 Klimanavigator gibt Überblick über klimarelevante Forschung, Klimawandel und Klimaanpassungsinitiativen

IPCC - Intergovernmental Panel on Climate Change:

 IPCC - Internetseite

 IPCC - Berichte

Grundlegendes BfN-Skript zum Thema:

Biologische Vielfalt und Klimawandel - Gefahren, Chancen, Handlungsoptionen
 BfN-Skripten 148, 2006

Arten im Klimawandel:

Der NABU stellt ausgewählte Gewinner und Verlierer des Klimawandels vor:
 Arten im Klimawandel

Letzte Änderung: 11.12.2012

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