Bundesamt für Naturschutz

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Vilm im Jahreslauf 2002

Große Bestandsaufnahme


Vilmer Inselhaken

September 2002: Die Ergebnisse des GEO-Tags der Artenvielfalt über die Insel Vilm liegen jetzt gedruckt vor. In der September-Ausgabe des Magazins ist zu lesen, was am 8. Juni 2002 auf der Insel Vilm, im Greifswalder Bodden sowie in dem Rügener NSG "Goor" an Tieren, Pflanzen und Mikroorganismen von über 100 begeisterten Artenkennern gefunden wurde. Darunter war so manche kleine Überraschung.


Sommer, Sonne, Blütenträume...


Heidenelken
Bläuling (Schmetterling)

Juli 2002: Eine Besonderheit der Insel Vilm ist ihre Vielzahl verschiedener Lebensräume auf engstem Raum. Zur Zeit fallen die Magerwiesen im Bereich der Gästehäuser durch ihre Blütenpracht besonders auf: das Rosa der Heidenelken (siehe Bild) und der Grasnelken, das kräftige Gelb des Mauerpfeffers und das eher zarte der Sandstrohblumen sind nur einige der Farbtupfer, die überall zwischen den Gräsern hervorleuchten.

Unzählige Insekten werden davon angelockt. Unter den Schmetterlingen sieht man um diese Jahreszeit häufig die Bläulinge (siehe Bild). Diese gehören zu einer Familie überwiegend kleiner, aber auffällig gefärbter Falter, von denen viele auf blütenreichen Magerwiesen und Trockenrasen vorkommen. Eine Besonderheit dieser Schmetterlingsfamilie ist, dass die Raupen mehrerer Arten an das Zusammenleben mit Ameisenvölkern angepasst sind und von diesen zum Teil sogar ernährt werden.


Düfte auf der Insel


Sturmmöwe

Mai 2002: Die seltsame Mischung aus Honig- und Knoblauchgeruch kommt vom Bärlauch, einer essbaren Pflanze, die hier an einigen feuchten Stellen im Wald wächst, aber im Putbusser Park flächendeckend vorkommt. Die Blätter eignen sich gut als Zutat für Salate, Kräuterquark oder Pesto (Achtung: im nichtblühenden Zustand können die Blätter des Bärlauchs mit denen des giftigen Maiglöckchens verwechselt werden!), dürfen aber natürlich nicht innerhalb der Kernzone geerntet werden.

Besonderer Besuch im Vilmer Tagungshaus

Seit kurzem schaut immer mal wieder ein Fuchs am Tagungshaus vorbei. Da auf der Insel Vilm seit Jahren nicht mehr gejagt wird, haben die Füchse auf Vilm ihre Scheu weitgehend verloren und suchen geradezu die menschliche Nähe.

Schlauer Vogel

Für viele Vögel sind die Füchse allerdings ein Problem, vor allem für die sog. Bodenbrüter. Eine Sturmmöwe (siehe Bild) hat eine Lösung gefunden: sie brütet in einem hohlen Poller des alten Anlegers und lässt sich von dem Fährverkehr nicht stören.


Osterlämmer auf der Insel Vilm


Zwei Schafe mit ihren Lämmern

13 kleine schwarze Lämmchen hopsen zur Zeit vergnügt im Sonnenschein über die Vilmer Wiesen. Sie kamen alle im März als Zwillinge oder sogar Drillinge zur Welt. Ihr jetzt pechschwarzes Fell wird im Laufe des Sommers die graue Farbe das ihrer Mütter annehmen.

Die Vilmer Schafe gehören einer alten, bedrohten Haustierrasse an: dem "Rauwolligen Pommerschen Landschaf". Diese Rasse ist robust und an das örtliche Klima und das magere Futter der für die Gegend typischen Sandtrockenrasen angepasst. Auf der Insel Vilm sind sie zur Beweidung der Wiesen zwischen den Gästehäusern (Zone 2 des Biosphärenreservates) eingesetzt. Auf diese Weise kann Landschaftspflege mit dem Erhalt genetischer Vielfalt von Kulturrassen verbunden werden.


Vilm im Eis


Überfahrt MS Petersdorf
Sonnenuntergang auf der Insel Vilm

Januar 2002: Der uralte Eichenwald auf Vilm hat auch im Herbst seinen besonderen Reiz. Die bunten Blätter leuchten orange-rot und die Pilze haben Hochzeit. Insbesondere Baumpilze sind jetzt auf den alten Baumstämmen zu sehen, aber auch die faszinierenden Fliegenpilze finden sich im Wald. Den Name Fliegenpilz verdankt der Pilz einem mittelalterlichen Glauben. Fliegen waren ein Symbol des Wahnsinns und ein Besessener war im Mittelalter von Fliegen befallen. Da der Pilz eine berauschende Wirkung hat, wurde er entsprechend als Fliegenpilz bezeichnet ein weiterer Namen ist auch Narrenschwamm. Der Pilz ist auch giftig und in Mitteleuropa überwiegt die giftige Wirkung vor der berauschenden. Anders jedoch in Sibirien, wo er auch heute noch in spirituellem Rahmen als Rauschmittel genutzt wird.


Letzte Änderung: 02.01.2006

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