Bundesamt für Naturschutz

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Vilm im Jahreslauf 2001

Besucher aus dem hohen Norden auf der Insel Vilm


zwei Singschwäne

November 2001: Mit der Kälte sind auch die alljährlichen Wintergäste wieder angekommen: Hunderte von Wildgänsen verbringen Nacht für Nacht in den flachen Boddengewässern um die Insel Vilm, die ersten Trupps nordischer Meeresenten sind eingeflogen und mit ihnen sind auch die Singschwäne (Cygnus cygnus) aus Skandinavien eingetroffen.

Die Singschwäne tragen ihren Namen zu Recht. Weithin sind ihre melancholischen Rufe zu hören. Aber nicht nur ihr Gesang unterscheidet sie von unserem heimischen Höckerschwan, der im Englischen "mute swan" also "stummer Schwan" genannt wird. Auch an der Farbe des Schnabels sind die beiden Schwanarten zu unterscheiden: Während Höckerschwäne rote Schnäbel haben, ist der Schnabel der Singschwäne leuchtend gelb an der Basis und schwarz an der Spitze. Der gelbe Schnabelansatz ist allerdings ein Merkmal, das sie mit dem dritten hier vorkommenden Schwan - dem Zwergschwan - teilen. Wie der Name schon sagt, ist der Zwergschwan aber wesentlich kleiner als der Singschwan und kommt in unserer Gegend auch meist nur auf dem Durchzug vor.


"Mohrrüben" künden den nahenden Herbst


fliegende Raubseeschwalbe

August 2001: Während die Mehlschwalben noch über dem Haupteingang unseres Verwaltungsgebäudes ihre Jungen füttern, zeugen die ersten ankommenden Raubseeschwalben (Sterna caspia) schon vom beginnenden Vogelzug

Die Raubseeschwalben brüten nicht auf der Insel Vilm, nutzen die Insel aber für mehrere Wochen als Rastplatz, bevor sie den Flug in ihre Winterquartiere im Mittelmeergebiet und dem Nord-Westen Afrikas antreten. Im vergangenen Jahr konnten an manchen Tagen bis zu 25 Exemplare der seltenen Seeschwalben auf dem "Großen Haken", einem halbkreisförmigen Sandhaken im Norden der Insel, gezählt werden.

Die auffällig großen Raubseeschwalben sind an ihrem spitzen, leuchtend roten Schnabel (vergleichbar einer Mohrrübe) und der schwarzen Kopfzeichnung gut von anderen Seeschwalbenarten oder Möwen zu unterscheiden.


Von Liebesleid und Honigdieben


Ölkäfer

Juni 2001: Die auffällig großen, dunkelblauen Ölkäfer (Meloë proscarabaeus) sind zur Zeit wieder in der frischen Krautschicht des Vilmer Buchenwaldes zu sehen. Ihr Name bezieht sich auf eine ölige Flüssigkeit, die sie aus den Kniegelenken ausscheiden. Diese Substanz wurde früher als Aphrodisiacum und als Heilmittel für Blasen eingesetzt. In höheren Konzentrationen kann sie aber beim Menschen zum Tod führen.

Die Ölkäfer haben eine lange und ungewöhnliche Larvalentwicklung: in einem der Stadien klammern sie sich im Haarkleid von Wildbienen fest, lassen sich von diesen in ihre Nester tragen und schmarotzen dort an den Eiern und Honigvorräten.


Lautes Froschkonzert


Moorfrösche

März 2001: Laubfrösche, Grasfrösche, Moorfrösche und Wasserfrösche haben mit ihren Balzrufen begonnen. Die in der Balzzeit ungewöhnlich blau gefärbten Moorfrösche sind auf Vilm am häufigsten.


Letzte Änderung: 02.01.2006

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