Bundesamt für Naturschutz

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Stromauentypen


Überflutete Rinnen und Senken an der Donau, Bildautor: Hans Schmidt, ÖKON
Altgewässer am Oberrhein, Bildautor: Thomas Ehlert

Bei den Stromauentypen entfällt die Benennung der Gewässergroßlandschaft, da diese auf Grund der Einzugsgebietsgrößen in ihrer Bedeutung stark in den Hintergrund tritt, und der Charakter des Einzugsgebiets in ausreichender Weise durch das Abflussregime beschreibbar ist. Mit zunehmender Einzugsgebietsgröße verringert sich die relative Schwankungsbreite der Abflüsse, so dass alle Ströme ein - im Vergleich zu den Flüssen - ausgeglichenes Abflussregime besitzen. Unterschiede treten jedoch im jahreszeitlichen Auftreten von Niedrig- und Hochwasserphasen auf.

So bestimmen vor allem alpine Teileinzugsgebiete das Abflussregime von Rhein und Donau, die durch Sommerhochwasser bzw. durch Sommer- und Winterhochwasser charakterisiert sind. Die gefällearmen Stromauen mit nivalem und nivopluvialem Abflussregime neigen zur Ausbildung von Einbettgerinnen mit ausgedehnten Mäandergürtelsystemen.

In der  gefällereichen Ausprägung der Stromaue mit Sommerhochwassern, wie z.B. am südlichen Oberrhein, herrschen natürlicherweise verflochtene Gerinnebettformen mit Inseln und großen Schotterfluren vor.

Die Ströme mit Einzugsgebieten ohne alpine Anteile, Elbe und Oder, sind durch reine Winterhochwasserphasen gekennzeichnet. Die gefällearmen Stromauen mit Winterhochwassern zeichnen sich bei sandig-kiesigen Ausgangssubstraten vorherrschend durch Einbettgerinne mit Mäandergürteln aus. Mit abnehmendem Gefälle treten teilmineralisch-organische Substrate und anastomosierende Mehrbettgerinne in den Vordergrund.

Letzte Änderung: 16.04.2010

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