Bundesamt für Naturschutz

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Flussauentypen


Röhricht, Auwald und Wasserflächen an der Peene, Bildautor: Thomas Ehlert

Die räumliche Verteilung der Flussauentypen wird maßgeblich von der Lage der Gewässergroßlandschaften bestimmt.

Im äußersten Nordosten Deutschlands treten vergleichsweise kleinräumig die sehr gefällearmen organisch geprägten Flussauen des Flach- und Hügellandes mit Winterhochwassern auf. Der Rückstaueinfluss der Ostsee und die mit Werten <0,1 ‰ sehr geringen Talbodengefälle waren Voraussetzung für die großflächigen Niedermoorbildungen. Die standörtlichen Bedingungen sind in erster Linie durch lang anhaltende Überflutungen sowie hohe, gering schwankende Grundwasserstände bestimmt. Die Abbildung vermittelt beispielhaft ein Bild vom potenziell natürlichen Formenschatz der  sehr gefällearmen organisch geprägten Flussaue des Flach- und Hügellandes und zeigt die Abflussdynamik und die Überflutungsverhältnisse in ihrer jahreszeitlichen Verteilung.

Das nach Süden und Westen angrenzende Flach- und Hügelland wird vorherrschend von gefällearmen sandgeprägten Flussauen bestimmt, die vor allem im nordwestdeutschen Tiefland weit verbreitet sind. Formenschatz und standörtliche Bedingungen werden deutlich durch fluviale Prozesse, namentlich die laterale Verlagerung der Mäander und deren Durchbrüche, bestimmt. Deutlich untergeordnet treten im Übergangsbereich zu den Mittelgebirgen gefällereiche kiesgeprägte Flussauen und in Urstromtälern des nordostdeutschen Tieflandes gefällearme organisch dominierte Flussauen auf.


Schotterflur und Steilufer an der Ruhr, Bildautor Thomas Ehlert

In den Mittelgebirgslandschaften lassen sich die Flussauen des Grundgebirges und die Flussauen des Deckgebirges unterscheiden. Die hohen Gefällewerte im Grundgebirge führen häufig zu nebengerinnereichen Gewässern und stark gegliederten unteren Talböden, die durch laterale Verlagerungen und schnell abfließende Hochwasser charakterisiert sind. Die selten überfluteten hohen Auenstufen weisen vergleichsweise stabile standörtliche Verhältnisse auf. Im Deckgebirge variiert die Ausprägung der Auen in Abhängigkeit der Ausgangssubstrate und Gefällewerte beträchtlich.

In den Alpen, Voralpen und im Alpenvorland sind gefällereiche schottergeprägte Flussauen verbreitet, die den alpinen Wildflusscharakter bis in die Donau vermitteln. Sie stellen die morphologisch dynamischsten Auen Deutschlands dar. Bestimmende standörtliche Verhältnisse sie die häufigen Umlagerungen der Schotterfluren und die sommerlichen Überflutungen während der Vegetationsperiode.

Letzte Änderung: 12.04.2010

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