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Sanfter Tourismus

Die Konzeptidee vom sanften Tourismus fasst Umweltverträglichkeit, Sozialver-träglichkeit, eine optimale Wertschöpfung und eine "neue Reisekultur" zusammen.


Sonnenblume (Bildautorin B. Engels)

Der Begriff wurde zum Schlagwort für einen geforderten und seither in Ansätzen auch vollzogenen Wertewandel im Tourismus. Aus der Kritik am Massentourismus (harten Tourismus) und seinen ökologischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Schattenseiten in den Zielgebieten entstand in der gesellschaftlichen, tourismuspolitischen Diskussion Ende der 70er Jahre die Forderung nach "sanftem Tourismus": Qualitatives statt quantitatives Wachstum der Branche, Lebensqualität statt Konsumqualität bei den Erholungssuchenden/Reisenden.

Die Tourismuskritik fußt auf frühen Wurzeln:

"Zukünftig wird es nicht mehr darauf ankommen, dass wir überall hinfahren können, sondern ob es sich lohnt, dort noch anzukommen"

soll schon Hermann Löns (1908) beklagt haben.

"Der Tourismus zerstört das, was er sucht, indem er es findet"

konstatierte Hans-Magnus Enzensberger 1979.

Nachdem bis dato vorwiegend Heimatschützer wie Löns und nachfolgende Naturschützer und Gesellschaftskritiker die Forderung nach Erhaltung des natürlichen Erbes, landschaftlicher bzw. kultureller Identität erhoben, proklamierten 1987 auch Vertreter der Tourismusbranche Natur und Landschaft als existenzielle Grundlage, als "touristisches Kapital", das zu erhalten sei. Sie näherten sich damit der Sichtweise: Ökonomie durch Ökologie.

Letzte Änderung: 20.07.2015

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