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Bestandsentwicklung des Apollofalters


Apollofalter

Der Apollofalter (Parnassius apollo) hat durch Arealverluste enorme Bestandseinbußen und zählt daher heute zu den gefährdetesten Schmetterlingsarten in Deutschland (Rote-Liste-Kategorie "vom Aussterben bedroht"). In Deutschland gibt es außerhalb der Alpen nur noch sehr kleine Populationen, so in der Fränkischen und Schwäbischen Alb sowie im Moselgebiet. Etliche Vorkommen, darunter die Fluggebiete an der Thüringischen Saale, im Fichtelgebirge, in Oberschwaben und im Schwarzwald sind erloschen. Die Population aus der Schwäbischen Alb steht kurz vor dem Aussterben.

Die je nach Höhenlage von Anfang Juni bis Ende August fliegenden Falter bewohnen blumenreiche Magerrasen, Felsfluren zwischen Weinbergen an der Mosel und Felshänge in den Alpen. Sie benötigen nektarreiche Saugpflanzen wie Disteln, Flockenblumen oder Skabiosen. Lebensraum der Raupe sind mit Fetthennen-Arten bewachsene felsige Hänge, Geröllhalden oder ersatzweise auch Weinbergsmauern. In Deutschland lebt die Raupe überwiegend an der Weißen Fetthenne (Sedum album), seltener an der Purpur-Fetthenne (Sedum telephium) oder Felsen-Fetthenne (Sedum reflexum).

Mit dem Zurückdrängen der Weißen Fetthenne durch Verbuschung und Überwachsen der Raupenhabitate mit konkurrenzkräftigeren Kräutern und Flechten verlieren die Raupen ihre Futterpflanzen. Der Insektizideinsatz in den Weinbaugebieten trug ebenfalls zur Dezimierung des Falters bei. Ein weiterer Grund für seinen lokalen Rückgang ist das Sammeln durch Insektenhändler. Da er sich in gut unterscheidbare Lokalrassen aufspaltet, ist der Apollofalter seit der Jahrhundertwende auch international ein begehrtes Sammelobjekt.

Mit Biotoppflegemaßnahmen, Reduzierung des Insektizideinsatzes (Mosel) und einer lokalen Überwachung einiger Vorkommensorte zur Flugzeit versucht man die Falterbestände zu erhalten. Trotz des national und international strengen gesetzlichen Schutzes konnte der negative Trend bislang jedoch nicht aufgehalten werden.

Letzte Änderung: 02.01.2006

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