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Ergebnisvergleich 2007 - 2013

Erhaltungszustände 2007 und 2013 im Vergleich

Erhaltungszustände 2007 und 2013 nach biogeographischen Regionen im Vergleich

Die Tabelle gibt für die Nationalen Berichte 2007 und 2013 einen Überblick über die Anzahlen und prozentualen Anteile der Arten und Lebensraumtypen in den Bewertungskategorien des Erhaltungszustands. Die Darstellung erfolgt differenziert nach biogeographischen Regionen. Für beide Berichte wurden die Artengruppen bzw. die Einzelarten der Torfmoose, Flechten (Sektion Cladina), Bärlappe sowie des Coregonus-lavaretus-Formenkreises nicht berücksichtigt.

Erhaltungszustände 2007 und 2013 nach biogeographischen Regionen im Vergleich
Arten LRT
ATL KON ALP ATL KON ALP
günstig 2007 Anzahl 20 33 34 18 21 26
Anteil 21% 19% 40% 28% 25% 60%
2013 Anzahl 21 40 30 11 15 28
Anteil 20% 22% 38% 17% 18% 64%
unzureichend 2007 Anzahl 34 52 17 16 42 11
Anteil 35% 31% 20% 25% 49% 26%
2013 Anzahl 27 70 16 22 42 11
Anteil 26% 39% 20% 34% 51% 25%
schlecht 2007 Anzahl 34 58 9 28 18 3
Anteil 35% 34% 10% 43% 21% 7%
2013 Anzahl 40 56 9 31 25 3
Anteil 39% 31% 11% 48% 30% 7%
unbekannt 2007 Anzahl 8 27 26 3 4 3
Anteil 8% 16% 30% 5% 5% 7%
2013 Anzahl 15 14 25 1 1 2
Anteil 15% 8% 31% 2% 1% 5%

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass sich die Gesamtheit der Arten und Lebensraumtypen jeweils in den beiden Berichten unterscheidet. Bei den Arten kamen 22 Arten hinzu, über die 2007 aus unterschiedlichen Gründen nicht berichtet wurde (vgl.  Ergebnisübersicht). Gleichzeitig ist eine Reihe von Arten, über die 2007 noch berichtet wurde, weggefallen. Dies betrifft vor allem die Torfmoose, Flechten (Sektion Cladina) und Bärlappe, über die 2007 einzeln, 2013 aber nur noch als Sammelgruppe berichtet wurde. Bei den Lebensraumtypen sind in der alpinen Region die subalpinen Gebüsche (LRT 4080) hinzugekommen. In der kontinentalen Region ist hingegen die Bewertung der Lebensraumtypen 2330 und 9120 entfallen, da diese nunmehr als marginal eingestuft und somit nicht mehr separat für die genannte Region bewertet wurden.

Ein großer Teil der Veränderungen der Erhaltungszustände der Arten und Lebensraumtypen um mindestens eine Wertstufe zwischen den Berichten 2007 und 2013 geht auf eine verbesserte Datenlage zurück oder ist methodisch bedingt. Dies wird auch durch den insgesamt deutlich gesunkenen Anteil von Schutzgütern belegt, deren Erhaltungszustand mit „unbekannt“ eingestuft wurde. Nur die Arten in der atlantischen Region weichen davon durch einen gestiegenen Anteil ab.

Aufgrund noch unvollständiger Geländedaten konnten 2007 die Erhaltungszustände von Arten und Lebensräumen z.T. nicht bewertet werden, während sich bis 2013 die Datenlage vor allem durch die Einführung des bundesweiten FFH -Monitorings und die Möglichkeit der Verwendung von Daten aus der Bundeswaldinventur 2012 verbessert hat.

Eine genauere Betrachtung zu den Verschiebungen in den Erhaltungszuständen der Arten und Lebensräume zwischen den Berichtsperioden 2007 und 2013 ist nur auf Basis einer einheitlichen Grundgesamtheit aussagekräftig. Ergebnisse hierzu liefert die Veröffentlichung Ellwanger et al. (2014, im Druck)*.

*Quelle: Ellwanger, G, Ssymank, A., Buschmann, A., Ersfeld, M., Frederking, W., Lehrke, S., Neukirchen, M., Raths, U., Sukopp, U. & Vischer-Leopold, M. (2014): Der nationale Bericht 2013 zu Lebensraumtypen und Arten der FFH -Richtlinie. Ein Überblick über die Ergebnisse. – Natur und Landschaft 89(5): 185-192 (im Druck).

Tatsächliche Veränderungen

Arten

In der nachfolgenden Tabelle sind alle Arten aufgelistet, bei denen sich der Erhaltungszustand in ein oder zwei Regionen gegenüber der Bewertung 2007 um mindestens eine Wertstufe verändert hat, der hauptsächliche Grund dafür aber nicht in einer verbesserten Datenlage oder in der Anwendung einer anderen Methode zu suchen ist.

Bei diesen tatsächlichen, im Gelände manifestierten Veränderungen, hält sich die jeweilige Anzahl von Arten mit Verbesserungen und Verschlechterungen ungefähr die Waage: Bezogen auf die Bewertungen in den biogeografischen Regionen stehen 18 Verschlechterungen (darunter viele Amphibien) 16 Verbesserungen (vor allem bei Fischen, Reptilien und größere Säugetieren wie Biber, Wildkatze, Kegelrobbe) gegenüber. 

Arten: Tatsächliche Veränderungen 2013/2007
Gruppe  Art Veränderung
Amphibien Alytes obstetricans Geburtshelferkröte Verschlechterung (ATL+KON)
Bombina variegata Gelbbauchunke Verschlechterung (ALP)
Bufo viridis Wechselkröte Verschlechterung (ATL)
Pelobates fucsus Knoblauchkröte Verschlechterung (ATL)
Rana temporaria Grasfrosch Verschlechterung (ATL)
Fische Barbus barbus Barbe Verbesserung (ATL)
Cobitis taenia Steinbeißer Verbesserung (KON)
Rhodeus amarus Bitterling Verbesserung (ATL+KON)
Thymallus thymallus Äsche Verschlechterung (ATL)
Käfer Rosalia alpina Alpenbock Verschlechterung (ALP)
Libellen Leucorrhinia caudalis Zierliche Moosjungfer Verbesserung (KON)
Oxygastra curtisii Gekielte Smaragdlibelle Verschlechterung (KON)
Sympecma paedisca Sibirische Winterlibelle Verschlechterung (KON)
Reptilien Lacerta bilineata Westliche Smaragdeidechse Verbesserung (KON)
Podarcis muralis Mauereidechse Verbesserung (KON)/Verschlechterung (ALP)
Zamenis longissimus Äskulapnatter Verbesserung (KON)
Säugetiere Castor fiber Biber Verbesserung (ATL+KON)
Eptesicus serotinus Breitflügelfledermaus Verschlechterung (KON)
Felis sylvestris Wildkatze Verbesserung (KON)
Halichoerus grypus Kegelrobbe Verbesserung (ATL)
Pipistrellus nathusii Rauhhautfledermaus Verschlechterung (KON)
Schmetterlinge Lycaena dispar Großer Feuerfalter Verbesserung (KON)
Lycaena helle Blauschillernder Feuerfalter Verschlechterung (KON)
Maculinea arion Quendel-Ameisenbläuling Verschlechterung (KON)
Sonstige Tierarten Astacus astacus Edelkrebs Verschlechterung (KON)
Austropotamobius torrentium Steinkrebs Verschlechterung (KON)
Höhere Pflanzen Caldesia parnassiifolia Herzlöffel Verschlechterung (KON)
Jurinea cyanoides Sand-Silberscharte Verbesserung (ATL+KON)
Moose Notothylas orbicularis Kugel-Hornmoos Verbesserung (KON)

Lebensraumtypen

Bei den Lebensraumtypen gibt es bei den tatsächlichen Veränderungen des Erhaltungszustands um mindestens eine Wertstufe ausschließlich Verschlechterungen. Von den 13 betroffenen Lebensräumen (vgl. nachfolgende Tabelle), die in ein oder zwei Regionen tatsächliche Veränderungen erfahren haben, finden sich allein sechs Typen, die auf eine nachhaltige Grünlandnutzung oder Biotoppflege angewiesen sind (z.B. Mähwiesen, Binnendünen, Heiden). Weitere vier Fälle betreffen Küsten-Lebensräume. 

Lebensraumtypen: Tatsächliche Veränderungen 2013/2007
Code Lebensraumtyp Veränderung
1330 Atlantische Salzwiesen Verschlechterung (KON)
2120 Weißdünen mit Strandhafer Verschlechterung (KON)
2130 Graudünen mit krautiger Vegetation Verschlechterung (ATL)
2140 Küstendünen mit Krähenbeere Verschlechterung (ATL)
2330 Dünen mit offenen Grasflächen mit Corynephorus und Agrostis [Dünen im Binnenland] Verschlechterung (ATL+KON)
4010 Feuchte Heiden mit Glockenheide Verschlechterung (KON)
6110 Lückige basophile oder Kalk-Pionierrasen (Alysso-Sedion albi) Verschlechterung (ATL)
6510 Magere Flachland-Mähwiesen Verschlechterung (KON)
6520 Berg-Mähwiesen Verschlechterung (KON)
9190 Alte bodensaure Eichenwälder auf Sandböden mit Stieleiche Verschlechterung (ATL+KON)
91U0 Kiefernwälder der sarmatischen Steppe Verschlechterung (KON)

Graduelle Veränderungen

Neben diesen gravierenden Veränderungen des Erhaltungszustands von Arten und Lebensraumtypen, die sich aus den "Audit-Trail-Einstufungen" (siehe  Berichtsformat) ergeben, sind bei der weiteren Auswertung der Berichtsergebnisse auch graduelle Veränderungen zu berücksichtigen. Diese werden durch den Gesamttrend des Erhaltungszustands ausgedrückt.

Graduelle Veränderungen sind tatsächliche Verbesserungen oder Verschlechterungen des Erhaltungszustands, die sich (noch) nicht durch einen Wechsel der Ampelfarbe auswirken. Im Falle von Verbesserungen zeigen sie jedoch Entwicklungen auf, die langfristig zu einer Verbesserung der Ampelfarbe führen könnten. Bei Verschlechterungen stellen sie einen Warnhinweis dar, dass dringender Handlungsbedarf besteht, um den aktuellen Erhaltungszustand (Status quo) erhalten zu können bzw. um eine Trendumkehr herbeizuführen.

Eine vollständige Übersicht der "Audit-Trail"- sowie der Gesamttrend-Einstufungen im FFH -Bericht 2013, ergänzt um die Erhaltungszustandsbewertungen von 2007 und 2013, ist nachfolgenden Tabellen zu entnehmen:

 Übersicht der "Audit-Trail"- und Gesamttrend-Einstufungen der Arten

 Übersicht der "Audit-Trail"- und Gesamttrend-Einstufungen der LRT

 

 

Letzte Änderung: 26.03.2014

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