Bundesamt für Naturschutz

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EU-Gemeinschaftsbericht

Grundlagen und Hintergründe des Gemeinschaftsberichts

Gemäß Artikel 17 der FFH -Richtlinie sind die Mitgliedsstaaten verpflichtet, alle sechs Jahre über den Erfolg der im Rahmen der Richtlinie durchgeführten Schutzmaßnahmen zu berichten. Hierbei geht es insbesondere um vorgenommene Erhaltungsmaßnahmen und die Bewertung ihrer Auswirkungen auf den Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten der Richtlinienanhänge.

Auch ist über die wichtigsten Ergebnisse der nach Artikel 11 der FFH -Richtlinie durchgeführten Überwachung des Erhaltungszustands der Lebensräume und Arten zu berichten. 

Für den Berichtszeitraum 2007-2012 haben die Mitgliedsstaaten zum zweiten Mal für sämtliche 231 Lebensraumtypen und mehr als 1.000 Tier- und Pflanzenarten (siehe  Lebensraumtypen und Arten), die in der Richtlinie aufgeführt sind und in ihrem Hoheitsgebiet vorkommen, detaillierte Bewertungen des Erhaltungszustands geliefert. 

Die Kommission erstellt innerhalb von zwei Jahren nach Eingang der einzelnen Berichte der Mitgliedsstaaten auf deren Grundlage einen zusammenfassenden Bericht. Dieser Gemeinschaftsbericht enthält Auswertungen zum Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten über sämtliche Mitgliedsstaaten sowie differenziert nach den biogeographischen Regionen Europas. Hierbei werden jeweils verwandte Lebensräume (z.B. solche des Küstenbereichs oder der Wälder) und Arten (z.B. Amphibien oder Gefäßpflanzen) gruppiert ausgewertet.

Weitere wichtige Inhalte des Gemeinschaftsberichts für den Zeitraum 2007-2012 sind die erstmals möglichen Analysen zur Veränderung des Erhaltungszustands von Lebensraumtypen und Arten und Auswertungen zu den Gründen veränderter Erhaltungszustände. Auch erfolgt eine Bewertung der erzielten Fortschritte und des Beitrags des Natura 2000-Netzwerks zur Erreichung der Ziele von Artikel 3 der FFH -Richtlinie. Hieraus lassen sich Rückschlüsse zur Effizienz des Natura 2000-Netzwerks ziehen und Ansatzpunkte zur Verbesserung der Wirksamkeit des Netzes identifizieren. Durch die vergleichende Auswertung mit dem  Gemeinschaftsbericht für den Zeitraum 2001-2006 wird der kommende Gemeinschaftsbericht über den EU-weiten Überblick zum Erhalt der Biodiversität hinaus erstmals auch eine Auswertung zu ihrer Entwicklung ermöglichen.

Berichterstattungs- und Konsultationsverfahren

Die nationalen Berichte der Mitgliedsstaaten waren bis zum 30. Juni 2013 bei der Europäischen Kommission abzugeben. Diese Frist wurde von 9 Mitgliedsstaaten eingehalten; weitere Berichte wurden bis Mitte November 2013 eingereicht. Sobald der Bericht eines Mitgliedsstaats eingegangen war, wurde er durch das Europäische Themenzentrum für biologische Vielfalt (ETC-BD) hinsichtlich Qualität und Vollständigkeit der Informationen überprüft. Falls erforderlich, wurden die Mitgliedsstaaten aufgefordert, Ergänzungen und Änderungen vorzunehmen sowie die fehlenden oder aktualisierten Daten innerhalb kurzer Frist vorzulegen.

Für die Bewertung des Erhaltungszustandes der Arten und Lebensraumtypen der FFH -Richtlinie auf EU-Ebene wird bis voraussichtlich Mitte 2014 durch das Europäische Themenzentrum für Naturschutz (ETC-BD)ein Vorschlag erarbeitet. Dieser baut auf den nationalen Berichten der Mitgliedsstaaten von 2013 (Zeitraum 2007-2012) auf. 

Im weiteren Verlauf können im Rahmen eines öffentlich zugänglichen Konsultationsverfahrens durch Vertreter der Mitgliedstaaten, aber auch seitens der allgemeinen Öffentlichkeit Kommentare und Anmerkungen zu den Bewertungsvorschlägen abgegeben werden. Die innerhalb einer zugeordneten Frist erfolgenden abweichenden und begründeten Bewertungsvorschläge werden im weiteren Verfahren zur Erstellung des Gemeinschaftsberichts berücksichtigt.

Die Bewertungen und Berichtsdaten aller Mitgliedsstaaten werden auch darüber hinaus einsehbar bleiben. Neben den Sachdaten werden auch europaweite Verbreitungskarten der Lebensraumtypen und Arten, die auf Basis der Daten der Mitgliedsstaaten erarbeitet werden, zur Verfügung stehen.

Zusammenfassungen der Nationalen Berichte nach Artikel 17 der FFH-Richtlinie

Im Juni 2014 hat die EU-Kommission Zusammenfassungen der  FFH -Berichte der einzelnen Mitgliedsstaaten (sogenannte "National Summaries") zur Verfügung gestellt. Diese Zusammenfassungen enthalten zahlreiche Statistiken zu den in den Mitgliedsstaaten vorgenommenen Bewertungen des Erhaltungszustands der Lebensraumtypen und Arten der FFH -Richtlinie, die vielfach auch Vergleiche mit den entsprechenden Ergebnissen der Nationalen  FFH -Berichte 2007 umfassen.

 National Summaries nach Art. 17 FFH -Richtlinie  

Letzte Änderung: 26.03.2014

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