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Vogelmonitoring in Deutschland

Vogelmonitoring in Deutschland

Das Vogelmonitoring in Deutschland basiert auf ehrenamtlichen Erfassungen, Programmen der Länder und Seevogelzählungen des BfN in der ausschließlichen Wirtschaftszone. Die bundesweiten ehrenamtlichen Programme werden vom  Dachverband Deutscher Avifaunisten (DDA) koordiniert und in Zusammenarbeit mit dem BfN sowie den Vogelschutzwarten der Länder ausgewertet. 

Vögel beobachten

Titelbild Vögel in Deutschland: Erfassung rastender Wasservögel (Foto: P. Brützel)
Titelbild Vögel in Deutschland: Erfassung rastender Wasservögel, Wasservogelzähler am Starnberger See

Woher wissen wir, dass Wasservögel aufgrund des Klimawandels ihre Rastgebiete nach Nordosten verlagert haben oder wie viele Stockenten alljährlich in Deutschland überwintern? „ Vögel in Deutschland – Erfassung rastender Wasservögel“(pdf-Datei, 8,8 MB) liefert hierzu die Antworten und gibt einen bundesweiten Überblick über die Erfassungen, an denen sich jährlich mehrere tausend Ehrenamtliche beteiligen. Damit investieren sie hunderttausende Stunden ihrer Freizeit und sammeln die grundlegenden Daten über Vorkommen, Bestände und Trends rastender Wasservögel. Allein am Monitoring rastender Wasservögel beteiligen sich derzeit rund 2000 Ehrenamtliche.

Seit über 50 Jahren werden rastende Wasservögel in Deutschland nach internationalen Standards gezählt. Durch die internationale Zusammenarbeit können europaweite Verlagerungen der Rastgebiete und Veränderungen der Bestandsgrößen biogeographischer Populationen von Wasser- und Watvögeln ermittelt werden. Aus den Daten des Wasservogelmonitorings werden zudem bundesweite Bestandsgrößen und Trends ermittelt, gleichzeitig leistet das Monitoring eine wichtige Unterstützung für die Ausweisung von Schutzgebieten und für Schutzmaßnahmen.

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Gelegenheitsbeobachtungen: breite Beteiligungsmöglichkeiten

Seit Oktober 2011 ergänzen Gelegenheitsbeobachtungen aus dem Online-Portal ornitho.de den Datenfundus über unsere Vogelwelt, mit der Smartphone-App NaturaList werden Vogelbeobachtungen direkt im Gelände digitalisiert. Diese digitalen Werkzeuge zeigen, welches Begeisterungspotenzial in der Vogelbeobachtung steckt: mittlerweile haben sich bei ornitho.de über 20.000 Personen angemeldet, die in fünf Jahren über 25 Millionen Datensätze eingegeben haben.

Die ornitho-Daten geben einen guten Überblick über das Auftreten von Vogelarten in Deutschland und die jahreszeitlichen Veränderungen in der Vogelwelt. Im Unterschied zum Monitoring gibt es für die Gelegenheitsbeobachtungen keine standardisierten Methoden. Monitoringdaten und Gelegenheitsbeobachtungen können sich nicht gegenseitig ersetzen, aber sehr wohl in vielfältiger Weise ergänzen, insbesondere wenn man beim Beobachten und Melden einige Dinge beachtet. Die Publikation „Vögel in Deutschland: Erfassung rastender Wasservögel“ enthält dazu zahlreiche Tipps, die Gelegenheitsbeobachtungen zu optimieren und den Blick für Details zu schärfen - z. B. den Anteil von Jungvögeln zu ermitteln oder Angaben zum Rasthabitat zu notieren.

Die Gelegenheitsbeobachtungen werden durch ein Netzwerk von über 400 Fachleuten ständig überprüft, dies gewährleistet die notwendige Qualität der Angaben für wissenschaftliche Analysen.

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Beeinträchtigungen und Gefährdungen: intensive Landnutzung wichtigste Ursache

Für den nationalen Vogelschutzbericht war eine Angabe der wichtigsten Beeinträchtigungen und Gefährdungen für die sogenannten Triggerarten erforderlich, also solche Arten, die der Anlass für Ausweisungen von Europäischen Vogelschutzgebieten waren. Für ein Gesamtbild unserer Vogelwelt wurden Gefährdungen und Beeinträchtigungen zusätzlich für alle heimischen Brutvogelarten ermittelt. Die wichtigsten Beeinträchtigungen und Gefährdungen hängen bei den Brutvögeln vor allem mit der intensiven Landnutzung zusammen. In der Rangfolge folgen die Entwässerung durch Grundwasserabsenkung sowie die Auswirkungen von Sport- und Freizeitaktivitäten, die Nutzungsaufgabe (Sukzession) und die Prädation.

Die bedeutendsten negativen Einflussfaktoren bei den überwinternden Wasservogelarten wirken vor allem an der Küste und auf dem Meer: Fischerei, Meerwasserverschmutzung durch Öl, Schifffahrtswege sowie Offshore-Windenergieanlagen.

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Monitoring rastender Wasservögel: Zählprogramme und Dateneingabe

In Deutschland werden mit dem Monitoring rastender Wasservögel inzwischen etwa 150 Vogelarten erfasst, für einen Großteil der Arten können daraus belastbare Bestandstrends ermittelt werden. Das Monitoring besteht aus mehreren Bausteinen. So lassen sich die Unterschiede im Verhalten und der Ökologie der einzelnen Arten berücksichtigen und gleichzeitig belastbare Angaben über Vorkommen und Trends ermitteln. Die Publikation „Vögel in Deutschland: Erfassung rastender Wasservögel“ stellt in Steckbriefen die Wasservogelzählung, die Erfassung rastender Gänse und Schwäne sowie die Schlafplatzzählungen von Kranichen und Kormoranen vor.

Seit 2016 können die Daten der Wasservogelzählung für eine stetig wachsende Anzahl an Zählgebieten in das Online-System ornitho.de eingegeben werden. Die Arbeit der Kartierenden und der Koordinationsstellen wird dadurch in den kommenden Jahren erheblich vereinfacht. Dies ist ein wichtiger Schritt hin zur Onlineerfassung aller Monitoringdaten.

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Avifaunistische Kommissionen: Validierung von Beobachtungen sehr seltener Arten

Durch Verdriftung oder Fluchtreaktionen bei ungewöhnlichen Wetterlagen, durch natürliche Ausbreitung oder in Folge anthropogener Veränderungen – etwa den Klimawandel – gelangen Vogelarten nach Deutschland, die hier bisher nicht vorkamen. Für viele Vogelbeobachterinnen und -beobachter bieten solche Vögel eine reizvolle Herausforderung. Die Avifaunistischen Kommissionen auf Bundes- und Länderebene überprüfen die Dokumentationen von sehr selten beobachteten Arten oder jahreszeitlich ungewöhnliche Beobachtungen auf Plausibilität. Damit wird die Bestimmung seltener und wenig bekannter Arten besser abgesichert und die Beobachtungen werden zentral dokumentiert. Mit der Arbeit der Avifaunistischen Kommissionen wird eine verlässliche Basis für die Dokumentation von Änderungen in unserer Vogelfauna gelegt, beispielsweise wenn es um die ersten Nachweise einer sich neu etablierenden Art geht. Die Arbeit der Avifaunistischen Kommissionen bildet damit eine grundlegende Voraussetzung für die bundesweiten Monitoringprogramme.

Download der Publikation „ Vögel in Deutschland: Erfassung rastender Wasservögel“ (pdf-Datei, 8,8 MB)

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Literatur:

Flade, M., Grüneberg, C., Sudfeldt, C. & Wahl, J. (2008): Birds and Biodiversity in Germany - 2010 Target. - Steckby (Dachverband Deutscher Avifaunisten), 55 S.

Gedeon, K., Fischer, S. & Sudfeldt, C. (2003): Steckbyer Grundsätze und Ziele zum Vogelmonitoring in Deutschland. - In: Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Vogelmonitoring in Deutschland [= Berichte des Landesamtes für Umweltschutz Sachsen-Anhalt, Sonderheft 2003(1)]. - Halle, S. (Landesamt für Umweltschutz Sachsen-Anhalt) S. 147-149.

Hötker, H., Jeromin; H. & Melter, J. (2007): Entwicklung der Brutbestände der Wiesen-Limikolen in Deutschland - Ergebnisse eines neuen Ansatzes im Monitoring mittelhäufiger Brutvogelarten. - Die Vogelwelt 128 (2):49-65.

Mitschke, A. & Ludwig, J. (2004): Monitoring häufiger Brutvögel in der Normallandschaft von Niedersachsen und Bremen. - Vogelkdl. Ber. Nieders. 36: 69-78.

Mitschke, A., Sudfeldt, C., Heidrich-Riske, H. & Dröschmeister, R. (2005):  Brutvogelmonitoring in der Normallandschaft Deutschlands - Untersuchungsgebiete, Erfassungsmethode und erste Ergebnisse. - Vogelwelt 126: 127-140.

Sudfeldt, C., Dröschmeister, R., Grüneberg, C., Mitschke, A., Schöpf, H. & Wahl, J. (2007):  Vögel in Deutschland 2007.- Steckby (Dachverband Deutscher Avifaunisten), 39 S.

Sudfeldt, C., Dröschmeister, R., Grüneberg, C., Jaehne, S., Mitschke, A. & Wahl, J. (2008):  Vögel in Deutschland 2008.- Steckby (Dachverband Deutscher Avifaunisten), 46 S. PDF zum Download, 8 MB.

Sudfeldt, C., Dröschmeister, R., Grüneberg, C., Jaehne, S., Mitschke, A. & Wahl, J. (2009):  Vögel in Deutschland 2009. - Steckby (Dachverband Deutscher Avifaunisten), 66 S. PDF zum Download, 6,6 MB.

Sudfeldt, C., Dröschmeister, R., Langgemach, T. & Wahl, J. (2010):  Vögel in Deutschland 2010. - Münster (Dachverband Deutscher Avifaunisten), 54 S. PDF zum Download, 8,6 MB.

Sudfeldt, C., Wahl, J., Mitschke, A., Flade, M., Schwarz, J., Grüneberg, C., Boschert, M. & Berlin, K. (2010): Vogelmonitoring in Deutschland - Ergebnisse und Erfahrungen. - In: Doerpinghaus, A.; Dröschmeister, R.; Fritsche, B.:  Naturschutz-Monitoring in Deutschland. Stand und Perspektiven. - Naturschutz u. Biol. Vielfalt 83: 99-117.

Sudfeldt, C., Bairlein, F., Dröschmeister, R., König, C., Langgemach, T. & Wahl, J. (2012):  Vögel in Deutschland 2012. - Münster (Dachverband Deutscher Avifaunisten), 55 S. PDF zum Download, 6,6 MB.

Sudfeldt, C., Dröschmeister, R., Wahl, J., Berlin, K., Gottschalk, T., Grüneberg, C., Mitschke, A. & Trautmann, S. (2012):  Vogelmonitoring in Deutschland. Programme und Anwendungen. - Naturschutz u.  Biol. Vielfalt 119: 257 S.

Sudfeldt, C., Dröschmeister, R., Frederking, W., Gedeon, K., Gerlach, B., Grüneberg, C., Karthäuser, J, Langemach, T., Schuster, B., Trautmann, S. & Wahl, J. (2013):  Vögel in Deutschland 2013. - Münster (Dachverband Deutscher Avifaunisten), 60. S. PDF zum Download, 5,4 MB.

Südbeck, P., Andretzke, H., Fischer, S., Gedeon, K., Schikore, T. Schröder, K. & Sudfeldt, C.  (2005): Methodenstandards zur Erfassung der Brutvögel Deutschlands. - Radolfzell, 792 S.

Wahl, J., Dröschmeister, R., Gerlach, B., Grüneberg, C., Langgemach, T., Trautmann, S. & Sudfeldt, C. (2015):  Vögel in Deutschland 2014. - Münster (Dachverband Deutscher Avifaunisten), 72 S. PDF zum Download, 13,3 MB.

Wahl, J., Dröschmeister, R., Langgemach, T & Sudfeldt, C. (2011):  Vögel in Deutschland 2011. - Münster (Dachverband Deutscher Avifaunisten), 74 S. PDF zum Download, 6,4 MB.

Wahl, J., Dröschmeister, R., König, C., Langgemach, T. & Sudfeldt, C. (2017):  Vögel in Deutschland – Erfassung rastender Wasservögel. - Münster (Dachverband Deutscher Avifaunisten), 72 S. PDF zum Download, 8,8 MB.

 

 

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 Helgoländer Positionspapier

Abgeschlossenes F+E -Vorhaben

 Tierartenbestands- monitoring

Letzte Änderung: 21.08.2017

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