Bundesamt für Naturschutz

Hauptbereichsmenü



Offshore-Windkraft


Offshore-Windpark BARD in der Nordsee. Foto: BARD-Gruppe
Offshore-Windpark BARD in der Nordsee. Foto: BARD-Gruppe

In den deutschen Meeresgebieten startete 2009 mit „Alpha Ventus“ der Bau des ersten Windparks. Den aktuellen Ausbaustand in Nord- und Ostsee sowie die weiteren Planungen finden Sie auf den Karten für die Nordsee und die Ostsee.

Damit die Haushalte den von den Windparks offshore erzeugten Strom nutzen können, müssen die Offshore-Windparks über Umspann- und Konverterstationen sowie Seekabel mit dem Festlandsnetz verbunden werden. Weitere Erläuterungen zu den mit den Windparks verbundenen Stromleitungen und der Netzanbindung: siehe  Seekabel und  Netzanbindung.

Offshore-Windparks sind riesig

Nabenhöhe von fast 100 Meter, ein Rotorblatt 60 Meter lang, eine Gesamthöhe bis 150 Meter (oder mehr), das Gewicht der einzelnen Anlage rund 250 Tonnen – Windenergieanlagen (WEA) auf dem Meer sind riesig. Um den Kräften von Wind, Wellen und Strömungen standhalten zu können, benötigen die WEA besondere Fundamente, die sicher im Meeresboden verankert sind. In Nord- und Ostsee werden in der Regel tiefgründende Fundamente eingesetzt. Dabei wird ein einzelner, meist mehr als 6m dicker Gründungspfahl (Monopile) bis zu 50m tief in den Meeresboden gerammt oder die Anlagen stehen auf Jacket-Fundamenten, die mit mehreren, mit einem Durchmesser von 3-4m etwas weniger dicken Pfählen, die ebenfalls in den Boden gerammt werden, fest verankert sind.

Windparks in der deutschen AWZ von Nord- und Ostsee umfassen meist 80 Einzelanlagen, die dabei installierte Leistung hängt jeweils von der Größe der einzelnen Turbinen ab und kann 400 Megawatt (MW) und mehr betragen. Sie beanspruchen dabei bis ca. 80km2 Meeresfläche pro Windpark.

Für den Bereich der deutschen AWZ ist das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) die zuständige Zulassungsbehörde, für die naturschutzfachliche Bewertung ist wiederum das BfN  zuständig.


Umspannplattform im Trianel Windpark Borkum, Foto: Trianel
Umspannplattform im Trianel Windpark Borkum, Foto: Trianel

Windpark mit in ca. 6 km Entfernung vom Strand aus gesehen.
[+] Grafik vergrößern
Erscheinungsbild eines Windparks in ca. 6 km Entfernung vom Strand aus gesehen
Windpark mit in ca. 20 km Entfernung vom Strand aus gesehen.
[+] Grafik vergrößern
Windpark mit in ca. 20 km Entfernung vom Strand aus gesehen
Windpark mit in ca. 40 km Entfernung vom Strand aus gesehen.
Grafiken: BfN
[+] Grafik vergrößern
Windpark mit in ca. 40 km Entfernung vom Strand aus gesehen.

Weiterhin dringender Forschungsbedarf

Durch den großen Umfang der Offshore-Windenergievorhaben und deren Umsetzung wird die Errichtung von Offshore-Windparks neben Schifffahrt und Fischerei schon bald zu einem der raumgreifendsten menschlichen Eingriffe in den deutschen Meeresgebieten von Nord- und Ostsee werden. Dieser großflächige Einsatz einer noch neuen Technologie wird Veränderungen der marinen Umwelt und Natur zur Folge haben, die bisher trotz zahlreicher entsprechender Forschungsprojekte insbesondere des BfN noch immer nur unzureichend erforscht sind. Auch besteht ein Konfliktpotential mit den ausgewiesenen Meeresschutzgebieten. Ein Windparkprojekt wurde im Zentrum des Schutzgebietes „Sylter-Außenriff“ gebaut, zwei in einem gemeldeten Vogelschutzgebiet beantragten Windpark-Projekten wurde die Genehmigung versagt. Neue Projekte sind in Meeresschutzgebieten nicht zulässig, aber insbesondere Einträge von Rammschall können auch von außerhalb der Schutzgebiete gelegenen Windparks negative Folgen für die Tierwelt in den Natura 2000–Schutzgebieten haben.

Die Auswirkungen von Offshore-Windparks auf die Meeresnatur und -umwelt werden vor allem mit Mitteln des Bundesumweltministeriums intensiv erforscht. Erste Ergebnisse bau- und betriebsbegleitender Untersuchungen zu den ökologischen Auswirkungen der Offshore-Windparks, u.a. aus dem ersten deutschen Offshore-Windpark alpha ventus, liegen inzwischen vor. Doch es besteht weiterhin dringender Forschungsbedarf, insbesondere hinsichtlich der Auswirkungen von Unterwasserschall durch WEA auf die Meeresnatur und möglichen Schallschutzmaßnahmen, zum Lebensraumverlust von Seevögeln durch WEA, zu Barrierewirkungen und dem Kollisionsrisiko für Zugvögel und hinsichtlich kumulativer Wirkungen. Hier engagiert sich das BfN und fördert seit mehreren Jahren verschiedene Forschungsprojekte, die mittlerweile einige der frühen Risikoprognosen bestätigt haben.

 

 

Karte Windkraftprojekte in der Nordsee

Karte der Offshore-Windkraftprojekte sowie Kabelanbindungen in der deutschen Nordsee

Offshore-Windkraftprojekte in der deutschen Nordsee sowie Eignungsgebiete, Kabelan-bindungen und Natura 2000-Gebiete in der AWZ. (Stand 03.2015)

Karte Windkraftprojekte in der Ostsee

Karte der Offshore-Windkraftprojekte in der deutschen Ostsee.

Offshore-Windkraftprojekte in der deutschen Ostsee sowie Eignungsgebiete, Kabelanbindungen und Natura 2000-Gebiete in der AWZ. (Stand 03.2015)