Bundesamt für Naturschutz

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Laufender bilateraler Wissenschaftleraustausch


Über den laufenden bilateralen Austausch von chinesischen und deutschen Wissenschaftlern zu verschiedenen Schwerpunktthemen des Naturschutzes will das BfN den lebendigen, aktuellen und zeitnahen wissenschaftlichen Informationsaustausch mit chinesischen Partnern gewährleisten.

Der erste Expertenaustausch, bei dem zunächst ein Mitarbeiter des BfN für zwei Wochen nach China reiste, fand im November 2008 statt. Auf Anfrage der chinesischen Partner wurden die Mitarbeiter von CRAES bei der Entwicklung eines Konzepts für den Aufbau eines umfassenden Monitoringprogramms und Indikatorensystems für die Kulisse der National Nature Reserves in China beraten. Neben zahlreichen Präsentationen und dem Austausch von Erfahrungen mit verschiedenen chinesischen Wissenschaftlern fanden Exkursionen in zwei bedeutende Naturreservate in der Provinz Jiangxi, im Südosten Chinas, statt. Im Poyang Lake National Nature Reserve ging es vor allem um Bestandsaufnahmen und Biodiversitätsmonitoring in Feuchtgebieten. Im Gebiet dieses größten Süßwassersees Chinas, am Mittellauf des Jangtse, überwintern Millionen Zugvögel aus Sibirien und der Mongolei, darunter auch die weltweit größte Population des sibirischen weißen Kranichs (Grus leucogeranus). Das Ökosystem ist jedoch durch Umweltverschmutzung, zunehmende wirtschaftliche Nutzung (zunehmende Begradigung, Kiesabbau, Schiffsverkehr, Überfischung) und den Klimawandel stark bedroht. Im zweiten Exkursionsgebiet, dem Nature Reserve of Dinghu Mountain wurde die Situation von tropischen Bergwaldökosystemen beleuchtet. Den tropischen Wäldern kommt insbesondere hinsichtlich der Frage um Ökosystemdienstleistungen im Rahmen des Klimawandels eine besondere Bedeutung zu (s. auch  Forschungsprojekt des Botanischen Institutes Halle).


Besuch der ökologischen Versuchsstation des von Thünen-Institutes (vTI) für Waldökologie und Waldinventuren in Eberswalde (Autorin: Susanne Lehmann)

Im Rahmen des zweiten Expertenaustauschs kam im Oktober 2009 ein chinesischer Wissenschaftler für zwei Wochen nach Deutschland, um sich zu Fragen von Waldökosystemen, Kohlenstoffmessung und Klimawandel auszutauschen. Neben Präsentationen ( Präsentation von Hu Lile) und Treffen mit BMU, gtz und CIM standen im Zentrum des Informationsaustauschs insbesondere die Besuche des von  Thünen-Institutes für Waldökologie und Waldinventuren in Eberswalde und des Botanischen Institutes Halle, das zur Zeit als Teil einer Chinesisch-Europäischen DFG-Forschergruppe ein groß angelegtes und neues Experiment zu Biodiversitäts- und Ökosystemfunktionen ( Biodiversity and Ecosystem Functioning - BEF) in den subtropischen Wäldern Chinas gestartet hat.


Projektleiter Prof. Bruelheide erläutert die experimentelle Treibhaushaltung der importierten Flora Chinas im Institut für Geobotanik in Halle (Autorin: Susanne Lehmann)

Insbesondere die Frage um Messmethoden, Monitoring und zeitliche Abläufe in verschiedenen kohlenstoffspeichernden Ökosystemen standen bei allen Treffen im Mittelpunkt. Exkursionen in das größte nordrheinwestfälische Waldnaturschutzgebiet im Siebengebirge mit Aspekten zu Naturwald und forstlicher Nutzung und der Besuch der Freiland-Waldlabore des Eberswalder Instituts rundeten den Austausch ab.  

Teile der Erfahrungen und Informationen werden unmittelbar in das  IKI-Projekt einfliessen, in dem der chinesische Kollege wissenschaftlicher Mitarbeiter ist.

Der für das Jahr 2010 geplante Expertenaustausch konnte durch die Arbeitsüberlastung  aller fachlich relevanten Experten bei BfN und CRAES, u.a. wegen der Zuarbeit zu den beiden politisch hochrelevanten UN-Vertragstaatenkonferenzen zu Biodiversität ( CBD ) und Klima (UNFCCC), nicht realisiert werden. Daher ist der nächste Expertenaustausch erst für das Folgejahr 2011 vorgesehen.


Delegationsbesuch aus China (MEP und Schutzgebietsmanager) im BfN

Im August besuchten Vertreter des chinesischen Umweltministeriums und Experten aus chinesischen Schutzgebieten das BfN in Bonn, um sich einen Tag lang über die deutschen Ansätze zu Schutz und Nutzung von Biodiversität zu informieren. Das  Programm umfasste vor allem vertiefte Beiträge zu Schutzgebietsmanagement, Schutzgebietsnetzwerken und Artenschutz.


Letzte Änderung: 31.01.2011

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