Bundesamt für Naturschutz

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Projektsteckbrief Plattform Ökologischer Verbund

Etablierung einer Plattform "Ökologischer Verbund"
Umsetzung des Naturschutzprotokolls der Alpenkonvention


Hintergrund:

Alpenpanorama Garmisch-Partenkirchen (Bildautor: Barbara Engels)
Alpenpanorama Garmisch-Partenkirchen (Bildautor: Barbara Engels)

Die  Alpenkonvention ist ein internationales Übereinkommen zum Schutz des Naturraums und zur Förderung der nachhaltigen Entwicklung der Alpen.
Am 7. November 1991 wurde die Rahmenkonvention durch die Umweltminister der Alpenländer Österreich, Frankreich, Deutschland, Italien, Liechtenstein, Schweiz und der EU in Salzburg unterzeichnet. Slowenien unterzeichnete die Konvention am 29. März 1993, Monaco trat aufgrund eines Zusatzprotokolls der Konvention bei. Die Konvention trat am 6. März 1995 in Kraft.
Sie wird durch sog. Durchführungsprotokolle konkretisiert. Für die folgenden Bereiche bestehen sie bereits: Raumplanung und nachhaltige Entwicklung, Naturschutz und Landschaftspflege, Berglandwirtschaft, Bergwald, Tourismus, Energie, Bodenschutz, Verkehr sowie Streitbeilegung. Protokolle für Bevölkerung und Kultur, Luftreinhaltung, Wasserhaushalt und Abfallwirtschaft sind in Vorbereitung.
Seit 2003 verfügt die Alpenkonvention über ein "Ständiges Sekretariat" mit Sitz in Innsbruck. Der Vorsitz der Alpenkonvention rotiert unter den Mitgliedstaaten.


Plattform Ökologischer Verbund:

Steinadler (Bildautor: Björn-Ingmar Luz)
Steinadler (Bildautor: Björn-Ingmar Luz)

Unter dem deutschen Vorsitz der Alpenkonvention wurde im März 2007 bei einem Treffen der Vertreter der Vertragsparteien sowie relevanter Nichtregierungsorganisationen und Schutzgebiete im Bayerischen Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz, die Gründung einer Arbeitgruppe zum Ökologischen Verbund im Alpenraum angeregt.

Ziel dieser Plattform ist die Verwirklichung eines grenzübergreifenden ökologischen Netzwerkes, wie in Art. 12 des Protokolls Naturschutz und Landschaftspflege vorgesehen. Es beinhaltet u.a. die Erweiterung und Ergänzung von grenzübergreifenden Schutzgebieten unter der Berücksichtigung der NATURA 2000-Gebiete, die Abstimmung und Vernetzung von umweltrelevanten Maßnahmen in Bezug auf Arten und Habitate im gesamten Alpenraum. Außerdem soll relevante Forschung angeregt und umgesetzt werden und die Ergebnisse in das Alpenbeobachtungs- und -informationssystem eingebunden werden. Wichtig ist es auch durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Bedeutung des ökologischen Verbundes hervorzuheben.
Einige Pilotregionen haben bereits mit dem räumlichen Verbund begonnen, wie z. B. der deutsche Nationalpark Berchtesgaden mit dem Naturschutzgebiet Kalkhochalpen in Österreich.


Das Projekt:

Marco Onida, Generalsekretär der Alpenkonvention, begrüßt die Mitglieder der Plattform Ökologischer Verbund auf ihrem ersten Treffen, März 2007, München (Bildautor: Guido Plassmann, ALPARC)
Marco Onida, Generalsekretär der Alpenkonvention (Bildautor: Guido Plassmann, ALPARC)

Die "Plattform Ökologischer Verbund" bringt Experten aus den Mitgliedsstaaten, Nichtregierungsorganisationen sowie Pilotgebiete zusammen, um konkrete Maßnahmen der Vernetzung voranzutreiben. So bietet sie die Möglichkeit, Maßnahmen und Konzepte gemeinschaftlich auszuarbeiten und somit gemeinsame Ideen zu entwickeln und umzusetzen. Sie stellt außerdem eine wichtige Verbindung zwischen Expertenebene und Politik dar.
Im Rahmen der Plattform wurde ein  Maßnahmenkatalog erstellt, um Lebensräume, die für die Artenvielfalt wichtig sind zu erhalten, wiederherzustellen und zu verbinden. Dieser Maßnahmenkatalog fasst alle bereits getesteten Instrumente zur Förderung des Verbundes wichtiger Lebensräume zum Erhalt der Biodiversität zusammen und stellt dar, wie diese alpenweit eingesetzt werden könnten. Weitere wichtige Themen sind Klimawandel und Biodiversität in den Alpen sowie die Auswahl und Förderung von Pilotregionen zur Umsetzung und weiteren Erprobung von landschaftsverbindenden Maßnahmen.
Auch nachdem auf der X. Alpenkonferenz in Evian der Vorsitz der Plattform "Ökologischer Verbund" der Alpenkonvention (den das BfN von 2007-2008 inne hatte) an Frankreich über ging ist das BfN weiterhin ein wichtiger Partner des Sekretariats der Alpenkonvention, den Mitgliedsstaaten und internationalen Experten.



Publikationen:

Heinrichs, Anne Katrin; Kohler, Yann & Ullrich, Aurelia (Red.) (2010): Implementing a Pan-Alpine Ecological Network - A Compilation of Major Approaches, Tools and Activities.  BfN-Skripten 273.

ALPARC, CIPRA, ISCAR, WWF (2010):  Natur ohne Grenzen : Ökologische Netzwerke für mehr Biodiversität in den Alpen.

Hedden-Dunkhorst, Bettina; Kretschmar, Meike & Kohler, Yann (Red.) (2007): Establishing an Alpine Ecological Network Inaugural Meeting of the Platform "Ecological Network" under the Alpine Convention.  BfN-Skripten 210.


Projektinformation:

Laufzeit: seit 2006

Region: Alpenraum

Projektpartner: Ständiges Sekretariat der Alpenkonvention, ALPARC, CIPRA



Projektmanagement im BfN:

Fachgebiet I 2.3 Internationaler Naturschutz
Kontakt: Dr. Bettina Hedden-Dunkhorst ( bettina.hedden-dunkhorst@bfn.de)


Letzte Änderung: 18.10.2010

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