Bundesamt für Naturschutz

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Natur- und Gewässerschutz


In Wasserwirtschaft und Naturschutz haben sektorale Sichtweisen Tradition. Heute stehen die Disziplinen vor der Herausforderung, die tradierten verengten Blickwinkel für eine neue Gewässerpolitik zu öffnen, um einen ganzheitlichen Ansatz zu ermöglichen. Nur so können gemeinsame Handlungsstrategien entwickelt und ein nachhaltiger Natur- und Gewässerschutz erreicht werden. Es existieren zwischenzeitlich gute fachliche und rechtliche Ansätze für einen nachhaltigen und sinnvollen Umgang mit Gewässern, diese müssen nun bekannt werden.

Die im Jahr 2000 in Kraft getretene Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) bildet eine neue Grundlage für eine integrierte Gewässer(schutz)politik in Europa. Über Staats- und Ländergrenzen hinweg wird eine koordinierte Bewirtschaftung der Gewässer innerhalb der Flusseinzugsgebiete angestrebt und dabei eine doppelte Zielsetzung verfolgt: einen guten chemischen und vor allem einen guten ökologischen Zustand zu erreichen. Damit rücken insbesondere morphologische Veränderungen der Flüsse und ihrer Auen stärker ins Blickfeld. Hinzu kommt, dass die WRRL die gewässerbeeinflussten terrestrischen Ökosysteme ebenfalls einbezieht und somit den tatsächlichen ökologischen Funktionszusammenhängen zwischen Fluss und Aue besser als bisher Rechnung getragen wird.

Im Hinblick auf die Umsetzung der festgelegten Ziele der WRRL kommt es nun auch darauf an, die unterschiedlichen, über die Zeit gewachsenen Positionen und Selbstverständnisse der verschiedenen Akteure näher zu beleuchten und zu verstehen. Diese manifestieren sich insbesondere in Ansätzen zum Schutz und zur Nutzung von Gewässern.