Bundesamt für Naturschutz

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Funktionskontrolle

Aufgrund der teilweise langen Entwicklungszeiten von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen werden in den wenigsten Fällen gleich nach Realisierung abschließende Aussagen bezüglich der Wirksamkeit einer Maßnahme möglich sein. Mittels sich wiederholender Kontrollen sollte daher überprüft werden, inwieweit eine Entwicklung in Bezug auf das Maßnahmenziel erkennbar ist und welche der angestrebten Werte und Funktionen bereits erreicht wurden. Wird eine andere Entwicklung als in der Planung angestrebt festgestellt, so sind die Maßnahmen i.d.R. nachzubessern.

Funktionskontrollen

Funktionskontrollen im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung prüfen die Wirksamkeit der durchgeführten Maßnahmen. Dies umfasst die Prüfung, ob die angestrebten Vermeidungs- und Kompensationsziele erreicht werden können, bereits erreicht sind, bzw. weiter erfüllt werden, d.h., ob die Vorkehrungen zur Vermeidung, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen erfolgreich sind.

Ablauf und Inhalte

Voraussetzung für alle Kontrollen sind hinreichend konkrete und quantifizierbare Vorstellungen über die Ziele von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen. Die Ableitung dieser Ziele ist nur auf Grundlage einer umfassenden Ermittlung der beeinträchtigten Werte und Funktionen des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes möglich. Allgemein gehaltene Formulierungen (z.B. „ökologische Aufwertung der Fläche“, „Erhöhung der Artenvielfalt“) oder Handlungsanleitungen (z.B. „Schaffung von Grünstrukturen“, „Anlage eines Kleingewässers“ u.ä.) ermöglichen es kaum, quantifizierbare Kontrollkriterien zu benennen. Methodisch sind Funktionskontrollen vor allem als Soll-Ist-Vergleich aufzubauen. Diese sind sowohl bei der Überprüfung der Entwicklungsrichtung als auch der Vermeidungs- bzw. Kompensationsziele von Maßnahmen einzusetzen. Für die Messung des Zielerreichungsgrades eignen sich z.T. auch Verfahren der Bioindikation, wobei Funktionskontrollen die Auswahl problemadäquater Zielindikatoren verlangen.

Vor Durchführung der Maßnahme sollte der Ausgangszustand der Fläche im Hinblick auf die angestrebten Funktionen und Werte dokumentiert werden, um Vergleichsdaten für spätere Untersuchungen zu erhalten. In diesem Zusammenhang sollte auch überprüft werden, ob überhaupt die standörtlichen Potenziale für eine zielgerichtete Entwicklung gegeben sind. Je nach angestrebten Funktionen und Werten sind die Funktionskontrollen in mehrjährigen Abständen zu wiederholen. Dabei sollten Außeneinflüsse erfasst werden, die positiver (z.B. Extensivierung benachbarter Flächen, allgemeiner positiver Bestandstrend von Zielarten etc.) und negativer Art (z.B. Einfluss benachbarter Nutzungen) sein können. Diese zu ermitteln kann auch von Interesse für den Vorhabensträger sein, da er nicht für den Misserfolg von Maßnahmen verantwortlich gemacht werden kann, die auf Störeinflüsse von Außen zurückzuführen sind.

Letzte Änderung: 12.02.2014

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