Bundesamt für Naturschutz

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FFH- und Vogelschutzrichtlinie

Zur Einfuhr aus einem Land außerhalb der EU von Exemplaren der Arten, die in Anhang IV der  Fauna-Flora-Habitatrichtlinie der EU ( FFH -Richtlinie) oder in der  Europäischen Vogelschutzrichtlinie gelistet sind, ist eine Ausnahmegenehmigung vom Besitz- und/oder Vermarktungsverbot durch das BfN erforderlich.

Die Ausnahmegenehmigung muss vor der beabsichtigten Einfuhr beim BfN schriftlich (formlos) mit folgenden Angaben beantragt werden:

  • Name und Anschrift des Ausführers
  • Name und Anschrift des Einführers
  • Wissenschaftliche Artenbezeichnung
  • Beschreibung der Exemplare (z.B. lebend, Jagdtrophäe u.s.w.)
  • Menge
  • Herkunft (Wildentnahme oder gezüchtet/künstlich vermehrt)
  • Ursprungsland/Ausfuhrland
  • Nachweis über die rechtmäßige Naturentnahme im Ursprungsland oder amtlicher Zuchtnachweis (Tiere) bzw. Nachweis der künstlichen Vermehrung (Pflanzen)
  • Vorgesehener Verwendungszweck nach der Einfuhr

Die Ausnahmegenehmigung kann nur erteilt werden, wenn die Wissenschaftliche Behörde in einer Stellungnahme keine Bedenken gegen die Einfuhr äußert. Die dafür erforderlichen Recherchen sind sehr umfangreich und zeitaufwendig. Aus diesem Grund kann die Entscheidungsfindung mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Wichtig: 
Eine Ausnahmegenehmigung zur Einfuhr von Wildentnahmen dieser Arten zu kommerziellen Zwecken kann grundsätzlich nicht erteilt werden.

Zusätzlicher Hinweis

Bei der Einfuhr geschützter Exemplare zu Forschungszwecken oder zur Entwicklung von Produkten beachten Sie bitte, dass Sie möglicherweise auch den Regelungen zum Nagoya-Protokoll bzw. der entsprechenden EU-Verordnung Nr. 511/2014 unterliegen. Dies bedeutet, dass Sie für Forschungs- und/oder Entwicklungstätigkeiten innerhalb der EU ggf. auch Dokumente des Herkunftsstaates nach diesen Regelungen einholen, aufbewahren und weitergeben müssen. Um festzustellen, ob Sie unter die entsprechenden Bestimmungen fallen, gehen Sie bitte auf unsere Websites auf der BfN-Homepage www.abs.bfn.de oder schreiben Sie an nagoya-cna@bfn.de.

Weiterhin weisen wir darauf hin, dass bei der Einfuhr auch Regelungen aus anderen Rechtsgebieten einschlägig sein können (Veterinärrecht, Arzneimittelrecht u.ä.). Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an die jeweils zuständigen Behörden.


Ausnahmen von diesen Bestimmungen

Gezüchtete Tiere (bzw. Teile oder Erzeugnisse davon) sowie künstlich vermehrte Pflanzen (bzw. Teile oder Erzeugnisse davon) von Arten des Anhangs IV der FFH -Richtlinie, die zusätzlich in Anlage 2 der  Bundesartenschutzverordnung aufgeführt sind, unterliegen den genannten Bestimmungen nicht. Solche Exemplare können ohne Ausnahmegenehmigung des BfN aus einem Land außerhalb der EU eingeführt werden. Der Einfuhrzollstelle muss ein amtlicher Nachweis (ausgestellt von einer zuständigen Behörde des Ursprungs- oder Versendungslandes) über die Zucht bzw. die künstliche Vermehrung vorgelegt werden. 

Letzte Änderung: 17.01.2017

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